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Fremdland
Anonymous

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Beitrag #1
Fremdland
Prolog

Ein klarer Himmel spannte sich über das Land. Die Nacht wich der Sonne im Osten. Blutrot stieg der Feuerball aus seinem Bett jenseits des Horizonts und beschien die Nebelbänke, die sich während der Nacht über den Sümpfen, die das Ende der bekannten Welt bezeichneten, gebildet hatten. Schon bald würde sie die ersten Spitzen des Tamorgebirges erreichen und dort die Bewohner der Bergdörfer wecken. Ihre Strahlen würden anschließend weiter wandern, zum Tarckland, das im Norden lag und bis zum Meer, das sich unendlich weit im Süden erstreckte. Sie würde die Wälder von Dodosa erhellen, die Weizenfelder der Linggalis und die Seelandschaft von Pheel. War es doch die Sonne, die dem Land den Odem des Lebens einhauchte und es erblühen und erstarken ließ. Ihr war es zu verdanken, dass es fruchtbar war und seine Bewohner ernährte. Es war aber auch die Sonne, die täglich und unbarmherzig die Zerstörung aufzeigte, unter dem das Land seit Beginn der Bruderschaft litt. Zerstörung, die Leid und Elend in das Land gebracht hatte. Flüsse, rot vom Blut Unschuldiger und schwelende Felder. Totes Vieh, tote Menschen, totes Land.

Askaarel

Einst ein blühendes Land, behütet von fünf Schwestern, rang es nun um den letzten Atemzug. Kein Landstrich, dessen Boden nicht von einer Schlacht aufgewühlt worden war. Keine Brücke, deren Steine nicht im Flussbett lagen. Kein Feld, das nicht brach lag. Kein Bewohner, der nicht einen Toten zu beklagen hatte und kaum ein Herz, das noch wagte, Hoffnung zu schöpfen. Askaarel starb unter den Brüdern, die die Schwestern vertrieben hatten. War doch die

Weisheit für immer gegangen. Es gab keine mehr, die den Bewohnern
Antworten gab. Vor der Bruderschaft geflohen war diejenige, die das
Leben schenkte und selbst die, die Erlösung im
Tod brachte, war verschwunden.

Nur die donnernden Hufe der Pferde, auf denen die Bruderschaft durch das Land ritten, waren allgegenwärtig. Täglich erklang Kampfgeschrei und Schwerterklirren, die den Bewohnern von Askaarel den Atem nahmen. Die Armee der Bruderschaft, schöne und grausame Geschöpfe, zerschlugen jeden Widerstand der Askaareler. Alle Krieger, die das Land je hervorgebracht hatte, standen auf den Schlachtfeldern. Mutige Männer und Frauen jeder Rasse, die nicht gewillt waren, ihre Welt fallen zu lassen, stellten sich der Bruderschaft entgegen, wurden dabei weniger und weniger, bis nur noch ein kläglicher Überrest übrig war. Und so duckte sich das Land unter den Schwertern der Bruderschaft, wisperte von friedlicheren Zeiten oder weinte sich jeden Abend in den Schlaf. Die Alten erzählten vom Frieden, von den Schwestern Askaarels und von den Tarcks, die lange vor der Bruderschaft Askaarel verwüstet hatten. An den Lagerfeuern vergaß man den Hunger, indem man sich von der Flut erzählte, die die Tarcks davongeschwemmt hatte. Leise nur, denn die Ohren der Bruderschaft waren groß und reichten bis in jedes Dorf. Hinter der Hand erzählte man den Kindern von der letzten Schwester, der einzigen, die noch lebte und die ihrer aller Schicksal an den Scheidepunkt bringen würde.

Die Erzählungen wurde zur Sage, alle Schwestern, bis auf die eine, gerieten in Vergessenheit, war sie doch die einzige Hoffnung Askaarels. Über Generationen hinweg wurde so die Geschichte um die letzte Schwester am Leben gehalten und mit Wünschen genährt. Bis die Not und der Hunger so groß wurden, dass mutige Männer und Frauen sich aufmachten, die letzte Schwester zu suchen. Eilig, gehetzt von der letzten, bevorstehenden Schlacht, durchkämmten diese das Land nach ihr durch. Sie durchquerten die Wälder und bestiegen die Berge, schifften über Meere und tauchten in den Seen. Jeder Winkel Askaarels wurde abgesucht, denn ihnen auf dem Fuß folgte die Bruderschaft, die ebenfalls die ersten sein wollten, um die letzte Schwester zu wecken.

Die Zeit drängte, denn gleichzeitig formierte man sich zum letzten Widerstand. Die Suche wurde hektischer, viele Suchende gaben am Ende auf. Nur ein junger Mann, kaum zwanzig Sommer alt, hörte nicht auf, Askaarel zu durchreiten, bis er in den Norden zum verbotenen Land der Tarcks vordrang. Eine Ahnung trieb ihn in die unwirtliche Gegend, die ihm sagte, dass sich die letzte Schwester bis hierher zurückgezogen hatte. Im Traum war sie ihm erschienen. Er hatte sie gesehen, wie sie tief im Tarckland, zwischen Steppen und zerfallenen Siedlungen schlief, eingeschlossen in einem Berg und überirdisch schön. Ihr Licht, das sie einst wie eine Korona umhüllt hatte, war verloschen. Hoffnung für sie vergebens. Askaarel für immer verloren.


Kapitel 1

Spitze Steine drohten die Stiefel Eolds zu zerschneiden. Er fühlte sie, selbst durch die Sohle seiner Stiefel hindurch. Spürte die scharfen Kanten, wie sie am Leder rieben und an den Nähten rissen. Meilenweit hatten seine Stiefel die Geröllhalde überstanden, doch nun, fast am Ende seiner Suche angekommen, drohten sie ihm ihren Dienst zu verweigern.
Eold seufzte. Schmerz und Müdigkeit waren die Dinge, die er noch am ehesten ertrug. Schlimmer dagegen war der vorherrschende Gestank, der Durst, der ihn seit Stunden plagte und die Angst vor dem Bruder, den er nur einen halben Tag hinter sich wusste. Das trieb ihn vorwärts, weiter über das Feld mit den Trümmern, das nur aus Steinen zu bestehen schien. Seit Tagen schon, ohne Rast, ohne Ruhe – nur von den Bildern aus seinen nächtlichen Träumen begleitet.
Der junge Mann hob seinen Blick von seinem Weg und fixierte den Berg vor ihm. Der meiste Teil seines Gesichtes war mit einem Tuch als Schutz vor der stechenden Luft bedeckt und trotzdem konnte er erkennen, dass er dem Berg in den letzten Tagen kaum näher gekommen war. Immer noch ragte er hoch und abweisend aus der Landschaft hervor, so, als hätte man ihn künstlich errichtet. Seine weiße Spitze steckte in den Wolken, die wie Schleier um ihn herum schwebten. Eold musste trotz seiner Erschöpfung zugeben, dass der Berg schön aussah, von seinen braunen und zerklüfteten Hängen einmal abgesehen, die selbst aus der Entfernung schon unwirtlich wirkten.. Berg von Urraca nannte man ihn. Die Tarcks lebten einst dort, von hier aus waren sie losgezogen, um Askaarel zu beherrschen. Aber Tarcks gab es nicht mehr, die Höhlen Urracas standen leer, einzig gefüllt mit dem Geruch des Todes und der Verwesung - aus den Tiefen des Berges kommend und vom leiseste Windhauch über die Geröllhalden geweht. Sein beißender Gestank hatte jegliches Leben zwischen den Steinen das Leben vertrieben und es herrschte eine Stille, die selbst Krähen die Gegend meiden ließ. Und doch war er Askaarels momentane und einzige Hoffnung.

Ein Schmerz, größer und schärfer als je zuvor, ließen den Jüngling straucheln. Wärme füllte seinen Stiefel und ein Gefühl, als wäre ihm der Fuß entzwei geschnitten worden, lähmte ihn augenblicklich. Einen leisen Schrei ausstoßend, ließ sich Eold auf einem Felsbrocken nieder. Blut quoll aus dem zerschnittenen Leder. Ein Stein, scharfkantig wie ein Dolch, ragte daraus hervor und war gleichzeitig Verursacher seines Schmerzes.
Ein wimmernder Ton löste sich aus der Kehle des Jünglings. Seine schmutzigen Finger griffen nach dem Stein und zogen ihn heraus. Sofort schwappte neues Blut aus seinem Fuß, ergoss sich über seine Hand und färbte die Steine unter ihm rot.
„Verdammt...nicht auch das noch.“
Verzweiflung überkam den jungen Mann wegen seines Ungeschicks. Nur noch ein Tag und er musste Urraca erreicht haben. „Ich bin tot...“
Unfähig, sich zu bewegen, starrte Eold auf seinen Fuß. Erst als sein Blut zwischen den Steinen versank, kam Bewegung in ihn und er schlüpfte aus seinen Stiefel, um sich die Wunde genauer anzusehen.
„Schaut hässlich aus.“ Obwohl ihn keiner hören konnte, sprach Eold seine Gedanken laut aus. Hier, in der Einöde vor Uracca hatte selbst seine eigene, dumpfe Stimme etwas tröstliches.
Ohne weiter zu zögern, riss sich der junge Mann einen Streifen Stoff aus seinem schmutzigen Leinenhemd und wickelte es fest um den Fuß. Die Blutung stoppte und er stieg wieder in seinen Schuh. Er bückte sich bereits nach seiner Tasche neben ihm, als das leise Poltern fallender Steine in erschrocken herumfahren ließ. Noch in der Bewegung fuhr seine rechte Hand an den Schwertgriff, welches an seiner linken Seite herunterhing.
„WER DA?“
Niemand antwortete ihm. Lediglich der Wind säuselte über die Oberfläche des Geröllfeldes hinweg, auf das er den stechenden Geruch Urracas hinterließ. Misstrauisch geworden legte Eold seine Hand an die Stirn und ließ seine Blicke über das Geröll gleiten. Doch nichts regte sich, die Ebene war so menschenleer wie sie es in den letzten Tagen gewesen war und so wandte er sich wieder um. Der Bruder würde nicht aufhören, ihm zu folgen und er musste sich eilen, wenn er vor ihm bei der Schwester sein wollte.


***


Weit weg von Askaarel, in einem anderen Land, einer anderen Welt, kehrte der Frühling in die Wälder Roms zurück. An den Büschen und Bäumen trieb das erste Grün aus, der Boden des Waldes war weiß von den blühenden Anemonen und auf den Wiesen konnte man junge Hasen spielen sehen. Es war ein Frühlingserwachen, wie es jedes Jahr vonstatten ging und war doch in den Augen der Frau, die die Wälder ihre Heimat nannte, immer wieder ein Erlebnis.
K`Ehleyr, die den Frühling jedes Jahr mit einem Spaziergang begrüßte, bog den Zweig eines Haselstrauchs zur Seite. Er versperrte ihr den Weg zu dem Pfad, der zum Waldsee führte, war der See doch ihr Ziel – oder vielmehr der alte Mann, der beim See wohnte.
Das letzte Mal, als sie Tun Arfis, den Schamanen, gesehen hatte, war es früher Herbst gewesen. Er hatte auf seiner Insel gestanden und lautstark seinen Zombie gescholten. K`Ehleyr war damals am Ufer stehen geblieben und hatte mit wachsendem Erstaunen der Flut von Schimpfwörtern zugehört, von denen sie die erste Hälfte nicht kannte und die zweite niemals aussprechen würde. Wenn sie sich recht erinnerte, war ihre Kinnlade mit jedem Schimpfwort ein Stück weiter nach unten gesackt, bis die Schimpftirade endete und in einem heiseren Röcheln erstarb. Tun Arfis war alt, lebte ungesund und seinem Gehilfen - einem Zombie - nicht unähnlich. Es würde sie deshalb nicht wundern, wenn ihm ein Stück Lunge in den Hals gestiegen wäre und dem Gezeter ein Ende bereitet hätte.
„Er lebt also noch....“ war das, was sie zuerst gedacht hatte.
„Und ist bei bester Gesundheit.“ Ihr zweiter Gedanke.
Verdammt“ Woher kennt er nur solche Wörter?“ Ihr nächster.
Sie hatte sich auf die Zehenspitzen gestellt und über die Spitzen des Schilfs gelinst. Aber alles was sie gesehen hatte, war die Spitze seiner halb verfallenen Hütte – und der Kopf des Zombies, auf dem ein Strohhut thronte.
Letzteres hatte die Kriegerin in einige Verwirrung gestürzt, gehörte der Hut doch eigentlich Traumtaenzer, vielmehr seiner Vogelscheuche. Sie selbst hatte den Hut einem Händler vor dem Forum Romanum abgekauft und dem Bauern geschenkt. Ihn jetzt auf dem massigen Kopf eines lebendigen Toten zu wissen, bescherte ihr eine Minute heftigen Grübelns.
K`Ehleyr war schließlich weitergegangen und hatte den See mit dem Wissen hinter sich gelassen, dass Tun Arfis bei bester Gesundheit und Wohlbefinden war. Nun aber war der Winter vergangen, aus der Hütte stieg seit Tagen kein Rauch mehr auf und selbst Lyra, die sonst alles sah, was im Wald geschah, lehnte ab zu wissen, wie es dem Alten ging. Grund genug für K`Ehleyr, zum See zu gehen und nach dem Rechten zu sehen.

Das Ufer des Sees lag ruhig inmitten des Waldes. Auch hier kehrte der Frühling ein, aber im Gegensatz zum Sommer konnte man die Insel vom Ufer aus wegen des noch zarten Blattwerkes erkennen. Das Schilf lag kahl und von den letzten Winterstürmen geknickt am Ufer. Die Büsche reckten ihr ihre hellgrünen Äste entgegen und gaben ansonsten all das frei, was im Sommer verborgen lag: Ein verliebtes Entenpärchen, das Pergament einer Bekanntmachung - vom Imperator persönlich, wie sie erkannte - ein altes, rostiges Schwert, das im seichten Wasser versunken war, Ecthelions Hemd vom letzten Sommer – er würde es wohl nie wieder tragen – und ein Stiefel, der schon seit vielen Sommern das Kinderzimmer unzähliger Kaulquappen war.
Eine Stelle des Ufers lag seichter und zugänglicher zwischen dem ansonsten wild überwuchertem Rand. Im Sommer wurde hier gebadet und Picknicks auf dem Bootsteg veranstaltet. Ein kleiner Kahn lag auf den Steinen, mit dem man über den See rudern konnte. Normalerweise war er unter einem mit Pech bestrichenem Segeltuch verborgen, doch heute – und das war ungewöhnlich - schwamm es neben dem Bootsteg.
K`Ehleyrs rechte Augenbraue rutschte nach oben. Auch Tun Arfis hatte ein Boot, doch das lag gut vertäut auf der Insel. Dieses Boot gehörte somit dem diesseitigen Ufer und jemand hatte es benutzt.
Nun war es nicht so, dass man es nicht nicht benutzen darf, aber im Zusammenhang mit Tun Arfis erregte es ihr Misstrauen. Sie lief deshalb über den Bootsteg, krabbelte in den Kahn und ruderte zur Insel des alten Mannes hinüber. Dort angekommen, vertäute sie es an einem Ast und betrat die Insel.


***


Es war am Abend des nächsten Tages, als Eold endlich den Fuß des Berges erreichte. Ein scharfer Wind wehte vom Gipfel herab und brachte Kälte, sowie einen leichten Hauch von Schnee mit sich. Hungrig, durstig, müde und das Gesicht von Schmerzen gezeichnet, ließ sich Eold auf einen Stein nieder. Er zog sich sein Tuch von der Nase und griff nach dem Wasserschlauch an seiner Hüfte. Seine Finger, klamm vor Anstrengung, mühten sich mit der Schnur, bevor er den Schlauch vom Gürtel lösen konnte. Mit dem Bemühen, so wenig wie möglich von der beißenden Luft einzuatmen, nahm Eold einen Schluck - das Wasser schmeckte brackig und er musste sich zwingen, es herunter zu schlucken.
Eold drehte sich dem letzten Licht des Tages zu. Die Sonne versank gerade blutrot am Horizont. Rosa Wolken mischten sich mit allen Farben des Himmel, malten so ein Bild der Schönheit, das im krassen Gegensatz zu seiner Umgebung stand. Die hereinbrechende Nacht erinnerte Eold aber auch an den Bruder, der immer mehr aufschloss und ihn deshalb in ein paar Stunden erreichen würde.
Ein Ächzen ging durch den jungen Mann, als er sein Tuch wieder über die Nase schob und sich erhob. Den Wasserschlauch ließ er dabei auf dem Stein liegen, er war leer. Denn ein Zurück gab es für ihn nicht mehr, Eold wusste, dass ihn am Ende der Nacht der Tod erwartete.



***


Auf der Insel war es seltsam still. Wobei still nicht in Bezug auf völlig still oder absolut still zu setzen war, denn K`Ehleyr konnte selbst hier die Geräusche der Vögel und des Waldes hören. Es kam ihr eher vor, als würde irgendjemand oder irgendetwas auf der Insel die Luft anhalten.
„HALLO?“
Ihre laute Stimme schreckte ein Amselpärchen auf, das sich nun mit lautem Gezwitscher in die Weide verzog.
„JEMAND DA?“
Wieder antwortete ihr nur das Rauschen des nahen Waldes und so setzte sie sich in Bewegung, um die Insel zu erkunden, was nur wenigen Minuten in Anspruch nehmen durfte.
Die Kriegerin hatte soeben die Hütte erreicht, als sie fast gegen den Zombie des Alten stieß. Er stand wie ein Baum neben den Terassenstufen, wofür sie ihn Anfangs auch gehalten hatte. Seine braune Haut glich die alter Rinde und nur die Tatsache, dass ihn immer noch der Strohhut von Traumtaenzers Vogelscheuche zierte, unterschied ihn von den Resten einer vom Blitz erschlagenen Ulme.
„Ähm....“ K`Ehleyr wich einen Schritt zurück. Sie wusste, dass Tun Arfis seltsamer Gehilfe nur auf ihn hörte, also schenkte sie sich das Grußwort und ging um ihn herum, damit sie die Terrasse betreten konnte.
Aber auch hier konnte sie keine Anzeichen des Schamanen erkennen. In der Ecke der Terrasse stand ein Schaukelstuhl, der aber aussah, als wäre er den ganzen Winter über nicht benutzt worden. Die Reste einer Pflanze verkümmerten in einem alten Suppentopf und vor der Türe standen ein Paar alte Caligae.
Vorsichtig schob die Kriegerin die Tür zur Hütte auf. Der unnachahmliche Geruch alter Männer schlug ihr entgegen und trieb sie einen Moment lang zurück an die frische Luft.
„Bei den Göttern...“ Die Hand vor der Nase, starrte sie den Zombie an, so, als hoffte sie von ihm eine Antwort auf ihre unausgesprochene Frage zu bekommen. Dieser dachte jedoch nicht daran und so betrat sie ein zweites Mal die Hütte.
Dieses Mal starrten ihr von der gegenüberliegenden Seiten ein Augenpaar entgegen. Es gehörte zu einer dicken Kröte und die wiederum saß auf Tun Arfis ungeputztem Boden.
Die Kriegerin lebte bereits zu lange im Wald, um vor einer Kröte zu erschrecken – auch wenn ihr diese ungewöhnlich groß und hässlich erschien – und starrte zurück. Nach einigen Sekunden gegenseitiges Starrens öffnete die Kröte den Mund.
„GRÖAK?“

***


Mühsam erklomm Eold den Berghang. Der Weg, den die Tarcks erschaffen hatten, war steinig und steil, bot aber im Gegensatz zum Geröll davor ein schnelleres Fortkommen. Die Sonne war inzwischen untergegangen und es hätte tiefste Dunkelheit geherrscht, wenn nicht auf den Berghängen kleine Lichter getanzt hätten. Sie schienen aus den Ritzen des Berges zu kommen, tanzten an der Oberfläche der Steine einige Minuten lang und verloschen dann wieder. Einige Meter weiter erschien kurz darauf ein neues Licht, erleuchtete seine unmittelbare Gegend in einem hellen Grün, bis es wieder zusammensackte. Hunderte solche Lichter setzten den Urrac in ein geheimnisvolles Licht, das Eold in Furcht versetzt hätte, wenn dieser nicht schon von Angst getrieben worden wäre. So aber war er froh um die kleine Lichtquelle, die ihn nicht über jeden Stein stolpern ließ und kletterte den Berg hinauf, ohne auf das Phänomen zu achten.
Der Weg führte ihn zu einem großen, dunklen Loch im Urrac. Es war der Eingang zu einer Höhle vor einem weitläufigem Plateau. Die Felsendecke war hier niedrig und die Steine des Felsen so behauen worden, dass sie zu jeder Seite eine hässliche Fratze bildeten. Die Fratze war nur grob in den Stein hineingehauen worden, aber man konnte deutlich wütende Augen, und ein Maul erkennen. Zwischen hochgezogenen Lefzen waren spitze Zähne und eine heraushängende Zunge angedeutet worden, sowie ein grober Körper, der sich aber bald im Verlauf des ursprünglichen Gesteins verlief.
Mit vor Anstrengung klopfendem Herzen stellte sich Eold an den Rand des Plateaus und sah herab. Die Lichter zogen sich um den ganzen Berghang herum, tanzend wie kleine Geister und erschaffen vom Berg selbst, der sie aus dem Inneren heraus nach außen trieb. Ein dunkler Schatten bewegte sich zwischen ihnen, nahm dabei den Weg, den Eold selbst gegangen war.
Eine Falte bildete sich zwischen seinen Augenbrauen und zeigte seine Entschlossenheit. Er griff nach seinem Schwert, um es zu ziehen. Anschließend wandte er sich ab und betrat den Gang, der in das Innere des Berges führte.

Schon nach wenigen Metern erkannte der junge Mann, dass es die Geisterlichter auch im Inneren gab und ihm damit gleichzeitig das Sehen ermöglichte. Neben dem grünlichen Schimmern begleitete ihn auch der Gestank nach Fäulnis und Schwefel in den Berg hinein, der nun trotz des Tuches bis in seine Nase drang. Gegensätzlich sauber dagegen wirkten die Tunnel, die ungewöhnlich glatt und ordentlich behauen waren. Die Tarcks mochten den Weg zu ihrer Eingangshöhle beschwerlich gehalten haben, ihr Haus aber hatten sie sauber und komfortabel gehalten. Eold eilte deshalb durch die Gänge der Tarcks, auf der Suche nach irgendetwas, was ihm den Weg weisen konnte. Erst als er unvermittelt auf eine große Halle traf, blieb er schwer atmend stehen und blickte sich staunend um.
Er stand in einem Saal, dessen Decke mehrere Meter über ihn ragte. Große Säulen stützten den Berg, und auch wenn es der Halle an jegliche Ausschmückung fehlte, bewies sie doch, dass die Tarcks alles andere als hirnlose Schlächter waren. Sie hatten sich eine Festung innerhalb des Urracs geschaffen, uneinnehmbar und geordnet wie ein Ameisenhaufen. Eold hatte Schlafsäle, Schmieden und Aufenthaltsräume durchquert. Nirgendwo war er dabei auf Unrat oder sonstige Zeugnisse von den ehemaligen Bewohnern gestoßen. Es schien, als wäre jemand hier gewesen und hätte die Wohnung erst kürzlich sauber ausgekehrt.
„Verdammt...“ Eold lehnte sich gegen einen Pfeiler und wischte sich die Stirn. In seinem Fuß pochte der Schmerz und sein Schwert schien ihm schwerer als sonst zu sein. Eine Ahnung stieg in ihm auf, dass er die Schwester so niemals finden würde, auch wenn er ihre Anwesenheit spürte – ein feines Prickeln, das einem die Nackenhaare zu Berge stehen ließ. Es fühlte sich an wie eine Veränderung in der Luft - wie als würde man wissen, das jemand den Raum betreten hatte, obwohl man mit dem Rücken zur Tür stand.
Der junge Mann schloss für einen Moment erschöpft die Augen. Stille war um ihn, die sich schwer auf sein Gemüt legte. Nach einiger Zeit kam es ihm vor, als hörte er durch einen Schleier hindurch die rauen Stimme der Tarcks. Hörte, wie sie durch die Gänge eilten, begleitet von dem Knirschen ihrer Rüstungen und den bellenden Rufen ihrer Anführer.
Lange hatten die Tarcks in diesem Berg gelebt. Ihr Dasein hatte mit dem Beginn Askaarels begonnen, sie waren von den Schwestern genauso erschaffen worden wie die Menschen und all den anderen Lebewesen in den Ebenen. Noch älter als die Tarcks waren nur die Schwestern selbst, von denen eine hier sein musste – am Ort des Beginns.
Sie rief ihn, er hörte sie in seinem Kopf. Er sah sie nun wie in seinen Träumen vor sich, gefangen in ihrem Schlaf, in den sie sich selbst zurückgezogen hatte. Ihr blaues Licht war nur noch ein schwacher Schein, das ihm nicht mehr den Weg weisen konnte.
„Nicht mit den Augen.“ Diese Erkenntniss traf Eold bis ins Mark. Erschrocken riss er die Augen auf wieder auf. Er hatte in der letzten Stunde umsonst gesucht, hatte sich umsonst im Berg verlaufen. Er hätte seinen Instinkten folgen müssen, indem er sich von ihnen leiten ließ.
Sein Schwert glitt ihm aus der Hand und fiel laut klirrend auf den Boden. Laut hallte es in der hohen Halle nach und ließ den Bruder, der nur wenige Gänge von der Halle entfernt war, aufhorchen und umdrehen.
Eold, der nicht ahnte, wie nah ihm sein eigener Tod war, zwang sich zur Ruhe und horchte in sich hinein. Eine sanfte Stimme schien ihn anzusprechen und ließ ihn einen Schritt nach vorne gehen Sie war da, ganz nahe.


***


„GRÖAK?“
Die Kriegerin hätte es nie für möglich gehalten hatte, dass eine Kröte imstande war, mit einem Fragezeichen am Schluss zu quaken. Aber diese Vertreterin ihrer Spezies tat es offensichtlich.
„Tun Arfis?“
Es fiel K`Ehleyr nichts anderes ein, als zurückzufragen. Was hätte sie auch sonst tun sollen? Tun Arfis war nicht da, sein Zombie war zu einem Baum erstarrt und außer der Kröte schien niemand sonst auf der Insel zu sein.
„GRÖAK.“
Die Kröte hatte sich keinen Millimeter vom Boden gerührt, aber K`Ehleyr hätte schwören können, dass sie geblinzelt hatte. So, als wäre sie mit dem Namen einverstanden gewesen.
„Viel hässlicher bist du aber nicht geworden.“
„GRÖAK!“
„Umgänglicher vielleicht.“
„GRÖAK.“
„Du hast Lyra geärgert, gibs zu.“
„GRÖAK?“
„Man legt sich nicht mit Waldfeen an. Erst recht dann nicht, wenn sie Lyra heißt.“ K`Ehleyr seufzte und stützte die Hände in die Hüfte. Vor Jahren kursierte an den Lagerfeuern eine Geschichte, in der ein Mensch von einer erbosten Fee in eine Kröte verwandelt worden war. Besagter Mensch war allerdings ein besonders eifriger Praetor gewesen, der die Geduld der Fee derart auf die Probe gestellt hatte, dass dieser der Geduldsfaden gerissen war. Gut möglich, dass Tun Arfis das gleiche Schicksal ereilt hatte. Zwar war Tun Arfis einem Praetor so ähnlich wie sie selbst einem Karpfen, aber alte Männer konnten sehr einsam auf einsamen Waldinseln sein. Erst recht, wenn sie jeden mit einer Schimpftirade davon vertrieben. Waldfeen dagegen waren hübsch, sauber und boten zu jeder Zeit einen netten Anblick.
„Was hast du gemacht? Sie bei ihrer Morgentoilette beobachtet?“
„GRÖAK.“
Konnten Kröten traurig quaken? K`Ehleyr war sich sicher, sie konnten es. Diese tat es jedenfalls.
„Tja....“
Gerne hätte sie nun etwas tröstliches gesagt. Etwas von der Art, dass es ihr leid täte, Tun Arfis als Kröte zu wissen und davon, dass es doch eigentlich gar nicht so schlecht wäre, im Sommer unter einem kühlen Blatt zu hocken, als etwas hinter ihrem Rücken geschah, das sie sofort von der Kröte ablenkte. Ohne, dass sie es sah, wusste sie, dass jemand Fremdes mit in der Hütte war. Ein feines Prickeln kitzelte ihren Rücken, das ihr die Nackenhaare zu Berge stehen ließ. Eine Veränderung lag in der Luft – sie wusste sofort, dass jemand den Raum betreten hatte, obwohl sie mit dem Rücken zur Tür stand.
Sie kannte dieses Gefühl und sie musste nicht erst den sanften und blauen Schein sehen, um zu wissen, dass SIE da war. Diejenige der Schwestern Askaarels, die sich als das Portal bezeichnete.

„Askaarel braucht eure Hilfe“
22.05.2007, 08:59
Anonymous

Gast

 
Beitrag #2
 
Im Mund der Kriegerin wurde es trocken. Bilder eines vergangenen Abenteuers stiegen in ihr auf. Sie sah ein weites Land, Ritte über menschenleere Gegenden, tiefe Wälder, Meere und Freunde. Jung waren sie damals gewesen. Voller Tatendrang waren sie zu elft das Wagnis eingegangen, in einer ihnen unbekannten Welt zu gehen, um den Schwestern zu helfen. Ohne nach dem Sinn zu fragen oder an die Gefahr zu denken, waren sie eben diesem Aufruf gefolgt:

„Askaarel braucht eure Hilfe“

Das Portal wiederholte ihre Worte. Eindringlicher als zuvor, so dass sich K`Ehleyr zu ihr umwandte.
Ihr Anblick raubte ihr zum dritten Mal in ihrem Leben den Atem: Das Portal war schöner als jede Frau, die sie je erblickt hatte. Ihr Gesicht war vollkommen, ihre Gestalt zart und formvollendet. Gekleidet in ein blaues, lichtes Gewand und umhüllt von einer blauen Korona füllte sie die armselige Hütte des Schamanen aus und tauchte sie gleichzeitig in ein überirdisches Licht.
„Ich bin nicht mehr die Frau, die ich einst war.“ K`Ehleyr hob einen Moment in einer fast hilflosen Geste die Hände. Dabei hätte sie nicht einmal sagen können, ob das Portal sie wiedererkannt hatte. Ob sie deshalb zu ihr gekommen oder ob das alles nur einem Zufall zuzuschreiben war.
„Die Zeit in Askaarel ist bald zwanzig Jahre her. Meine Arme werden müde, mein Schwert zu halten.“ Ihre Worte hatten einen resignierten Klang, als fiele es der Kriegerin schwer, diese Tatsache vor sich selbst zuzugeben. Schon länger schleppte sie ihr Bat`leth nicht mehr ständig mit sich herum. Ihre jungen Zeiten waren vorbei – aus der wilden Kriegerin von einst war eine ruhige und bedächtige Frau geworden, die lieber führte als kämpfte.

“Jahrzehnte für Rom. Jahrhunderte für Askaarel. Vier verschwundene Schwestern. Eine, die Wacht hält....“

Das Gesicht der Schwester war undurchdringlich. Man konnte ihm keine Regung ansehen und doch schien es, als würde eine tiefe Trauer ihr Gemüt beschweren. Die nächsten Worte bestätigten K`Ehleyrs Vermutung. Kaum hörbar flüsterte das Portal:

“Askaarel stirbt!“

„Aber ich....“ Die Kriegerin biss sich auf die Lippen. Wie tatendurstig war sie damals durch das Portal gesprungen, dass das Tor zu Askaarel bildete. Und nun zögerte sie. In der nächsten Sekunde wurde ihr bewusst, dass es deshalb war, weil sie ihr einfaches und bequemes Leben nicht aufgeben wollte. Weil ihr die Spaziergänge durch den Wald besser gefielen als ein hartes Lager am Lagerfeuer.
K`Ehleyr senkte beschämt den Kopf. Ihre Knochen protestierten, wenn sie eine Nacht auf hartem Boden schlafen musste, aber niemals – sie wiederholte das Wort im Geiste – NIEMALS sollte jemand vergebens mit einem Hilferuf vor ihr erscheinen. Nicht, solange sie noch ein Schwert halten und es gebrauchen konnte.
„Ja!“ Durch ihren Körper ging ein entschlossener Ruck. Es war, als fielen auf den nächsten Moment fünfzehn Jahre von ihr ab. Ein Lachen zeigte sich in ihre Augen und ein Gefühl, das sie lange nicht mehr in sich verspürt hatte, ließ sie ihren Kopf heben. In diesem Moment war sie wieder jung – sie war diejenige, deren Name man in jeder Duellarena fürchtete. Sie war die Frau, die jedem Mann die Stirn geboten hatte und die lieber gestorben wäre, als ihren Stolz und ihre Unabhängigkeit aufzugeben. Sie war BABE!
„Ja! Ich bin bereit!“

Auf der gegenüberliegenden Wand bildete sich ein Wirbel. Gleichzeitig verschwand die Schwester - war zu dem Portal geworden, das nach Askaarel führte. Anders als damals zögerte sie aber nicht, diesen zu durchschreiten – im Gegenteil. K`Ehleyr holte kurz Anlauf und sprang hindurch. Und mit ihr sprang die Kröte...


***


Sie landeten gleichzeitig in Askaarel. Doch während die Kröte unbeachtet unter einen Stein hopste, sah sich K`Ehleyr einem Fremden mit einem großen Schwert gegenüber. Gleichzeitig stach ihr ein Geruch in die Nase, der sie zum Würgen reizte.
Der Fremde zögerte verdutzt. Das gab ihr die Möglichkeit, sich ein rasches Bild von ihrer Situation zu machen: Sie war in einer Art Höhle, die von einem grünlichen Licht erhellt wurde. Zu ihrer Rechten lag ein Mann auf dem Boden. Eine große Blutpfütze unter ihm ließ sie vermuten, dass er tot war. In seiner Hand hielt er noch ein Schwert, dessen Ende im eigenem Blut lag.
Die Kriegerin hob abwehrend die Hände. Sie war bis auf ihren Dk`tagh unbewaffnet und der steckte an ihrer Hüfte.
„Krugha te?“
Das Gesicht des Fremden lag im Schatten einer Kapuze. Er trug ein langes, schwarzes Gewand, das in der Mitte mit einer dunkelroten Schärpe zusammengebunden worden war. Seine Füße steckten in Stiefeln und über seinen Bauch spannte sich das Rückengehänge für einen Zweihänder.
„Ganz, wie du meinst.“ K`Ehleyr nahm langsam die Hände herab.
„Huarte bal zaktiste.“
Wieder zögerte ihr Gegenüber. Doch dann ruckten seine Arme kurz zurück, bevor sein Schwert nach vorne fuhr und sie zu erschlagen drohte.
In der nächsten Sekunde sprang die Kriegerin zur Seite. Ein Reflex, geschult in jahrelanger Übung, ließ sie sich zur Seite rollen, so dass das Schwert sie um nur wenige Zoll verfehlte. Das Schwert des Toten gelangte dadurch in ihre Reichweite, ihre Finger krallten sich um den Griff und zogen es zu sich heran. Bevor der Fremde ein zweites Mal mit seinem Schwert ausholen konnte, rollte sie sich ein weiteres Mal herum, sprang dabei auf und stieß das Schwert nach vorne in die ungedeckte Brust des Angreifers.
K`Ehleyr spürte, wie die Spitze ihres Schwertes an einer Rippe abrutschte und tief in den Körper des Fremden stieß. Dieser verharrte einen Moment ungläubig, bevor sich seine Hände langsam öffneten. Der Zweihänder, halb erhoben, glitt ihm aus der Hand und fiel klirrend auf den Felsboden. Im nächsten Moment sank der Mann auf die Knie, gurgelnd und etwas unverständliches ausrufend. K`Ehleyr dagegen zog das Schwert zurück. Blut tropfte von der Spitze ab und mischte sich mit dem aus der halbgetrockneten Pfütze.
„Bei den Göttern...“ Mit einer Mischung aus Erleichterung und Entsetzen blickte die Kriegerin auf die zwei Toten zu ihren Füßen. Ein leises Grauen stieg in ihr auf, ähnlich dem, das sie bei ihrem ersten Besuch in Askaarel begleitet hatte.
„GRÖAK!“
Sie fuhr herum. Unbeholfen machte die Kröte einen Schritt nach vorne, duckte sich dann und blickte sie unverwandt an.
„Bei den...“ K`Ehleyr verstummte. „VERDAMMT,“ fluchte sie statt dessen. „Was machst du denn hier? Wie bist du denn...?“
Ein Seufzen entrang sich ihrer Kehle. Ihr wurde plötzlich bewusst, dass sie völlig allein auf sich gestellt in einer fremden Welt war. In einem Bergwerk, wenn sie ihre Situation richtig begriff und in Begleitung einer Kröte. Nicht einmal eine Waffe trug sie bei sich.
Das Gewicht des Schwertes erinnerte sie daran, dass sie nicht ganz waffenlos war. Erleichtert legte sie es auf dem Boden ab und ging zu dem ersten der beiden Toten. Nachdem sie ihn umgedreht hatte, musterte sie erst sein junges Gesicht, bevor sie ihm sein Waffengehänge abband und seine Tasche abzog. Letztere war mit etwas Brot und einigen Münzen gefüllt – beides nützlich, was die Kriegerin eine gewisse Erleichterung verschaffte. Der Angreifer dagegen trug außer seinem Schwert nichts bei sich und K`Ehleyr wollte sich bereits von ihm abwenden, als die Kapuze bei einer Bewegung ihrerseits sein Gesicht freigab.
Sein Anblick ließ sie tief vor Erstaunen einatmen. Ein schönes, glattes Gesicht blickte ihr entgegen. Selbst die vor Schreck aufgerissenen Augen taten der Makellosigkeit des Antlitz keinen Abbruch. Langsam, zögernd, als war sie sich ihres Tuns nicht sicher, zog K`Ehleyr dem Toten die Kapuze vom Kopf. Spitze Ohren, deren Form ihr nur allzu vertraut waren, zeigten sich und sie wollte sich bereits abwenden, als sie einen Blick auf die Kopfhaut des Wesens erhaschte: sie war kahl, bis auf einen dreifingerbreiten Strich schwarzen Flaums darauf. Der Flaum zog sich von der Stirn über den Kopf und, wie sie nach kurzer Untersuchung feststellte, weiter über den Rücken. Wo er endete, fand die Kriegerin nicht heraus, denn ein Gefühl von Takt verbot ihr, den Mann für weitere Untersuchungen auszuziehen.

„GRÖAK!“
Das Quaken der Kröte riss sie aus ihren Überlegungen über die ethische Herkunft des Angreifers. Statt dessen bückte sie sich und nahm Tun Arfis hoch, um ihn kurzerhand in ihre Tasche zu stopfen. Das Portal war bereits verschwunden und selbst wenn das Tier nicht Tun Arfis war, würde sie es nicht hier im Gestank und im Dunklen zurücklassen. Anschließend band sie sich den Waffengürtel um, steckte das Schwert hinein und hängte sich die Tasche mit der Kröte darin über.
Das Abenteuer konnte beginnen....
22.05.2007, 09:02
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Beitrag #3
 
Nur ein skeptisches Auge war durch das Gebüsch, dessen Geäst er mit einer Hand leicht zur Seite schob, zu erkennen. Ihm gefiel die Situation nicht... schon alleine diese Insel, oder besser gesagt sein Bewohner waren ihm äusserst suspekt. Dieses bläuliche Licht das so plötzlich erschien, machte die ganze Situation nicht angenehmer... Naserümpfend und leicht murrend, quitierte er das Gesehene. Magie... was sollte es schon anderes sein? Der Kelte spuckte auf den Boden. Das war kein gutes Zeichen. Die Königin...! Langsam spannten sich die Kiefermuskulatur während er sich seinen nächsten Schritt überlegte. Zur ewigen Verdamnis damit, er konnte nicht riskieren dass sie in Gefahr war. Wenn nicht würde sie wohl nur über ihn lachen können... was hatte er schon zu verlieren? Flink bewegte er sich durch das Gestrüpp auf das Wasser zu und innerlich fluchend ins kalte Nass. Schon nach dem ersten Schritt, floss das nasse Element in die Stiefel um sie zu füllen. Doch der Gallier zuckte nicht, bewegte sich in fast gleicher Geschwindigkeit weiter, den Pegel an der Brust, die Stiefel im lehmigen Untergrund. Nur einige anstrengende Meter musste er schwimmen... Eigentlich wollte er der Königin das neue Schwert zeigen, doch sie war nicht zu finden gewesen. Nur durch Zufall hatte er gesehen wie sie zu der Insel ruderte, wollte am Ufer auf sie warten... sollte ihr wirklich Gefahr im Wald drohen? Im eigenen Reich? Wie ein nasser Bär stampfte der Holzfäller aus dem Wasser und ohne Zeit zu verlieren zum Hauseingang. Die leblose Gestalt ignorierte er so gut es ging und zog die beiden neuen Kriegsbeile hervor während er noch ging. So stampfte er alles andere als elegant, tropfnass in den Raum, das von einem bläulichem Licht erfüllt war. Mit zusammen gekniffenen Augen sah er noch just das Haar K's im Licht verschwinden.

WAS ZUM...?! Raunte er wütend und erstaunt zugleich.

Das Licht hatte sie verschlungen! Was... Wer...? Doch plötzlich wurde das Licht kleiner in dem Raum in dem nur er stand. Kein Gegner, kein Magier, keine Königin! Dieser Strudel hingegen schien ihn nicht anzugreifen. Da ihm keine Zeit zum Überlegen blieb, folgte er seinem Gefühl und machte einen schnellen Schritt nach vorne. Mit einem grossen Satz sprang er in die immer kleiner werdende Quelle.

Anstatt die nächste Wand, gab das blaue Licht einen dunklen Raum frei. Mit einem nassen Klatsch, landte der bewaffnete Waldläufer mit beiden Füssen auf dem Höhlenboden. Den Kopf kampflustig eingezogen, blickten die Augen sich schnell um, als hätte er die szene einstudiert. Doch ausser zwei scheinbar tödlich Verletzten die am Boden lagen, stand nur K', die seitlich zum ihm gewandt war, im Raum, als müsse es so sein. Ihr Gesichtsausdruck strahlte eine Lust aus, die er schon lange nicht mehr gesehen... Abendteuerlust... Er entspannte sich, doch sein Blick blieb rau wie so oft...
22.05.2007, 17:34
asil
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Beitrag #4
 
Der Wind blies der Kriegerin die Haare ins Gesicht, so das ihr für einige Zeit die Sicht genommen wurde. Sie hatte es aufgegeben, ihre Haare immer wieder nach hinten zu schieben, jedoch konnte sie sich sicher sein, daß ihr Pferd den schmalen Pfad, den sie entlang ritten, nicht verlassen würde.
Seit der erste Schnee geschmolzen war, befand die Kriegerin sich auf Wanderung. Ihr unruhiger Geist hatte sie von zu Hause fortgetrieben. Der Winter war zwar kurz gewesen, aber trotzdem war sie Monate nicht aus der Stadt heraus gegangen. Aber als die ersten warmen Sonnenstrahlen den kalten Schnee glitzern liessen und das zarte Grün der Gräser und Blumen hervortrat, hatte sie beschlossen, einen neuen Anfang zu wagen. Vergessen wollte sie, was geschehen war und mit aufgeschlossenem Blick in die Zukunft sehen.

Und so hatte die Kriegerin an irgendeinem Tag im Frühling die Wälder SiRos betreten. Zu gut kannte sie den Weg zu Babes Hütte, war sie doch oft genug schon zu Gast. Ein wenig enttäuscht war sie schon, als sie Babe nicht dort antraf, aber ein ihr unbekannter Mann hatte ihr erklärt, das Babe sich auf ihrem üblichen Streifzug befand und ihr den Weg erklärt, wo sie ihre Freundin eventuell finden konnte.

Und so lenkte die Reiterin ihr Pferd wieder zurück auf den schmalen Pfad und suchte Babe an den Stellen, die der Mann ihr genannt hatte. Als sie sich dem See näherten, fing ihr Pferd an, nervös zu tänzeln und weigerte sich kurz darauf, auch nur einen Schritt weiter zu gehen. Verärgert sprang die Reiterin vom Rücken des Pferdes und machte sich zu Fuss auf den Weg zum Ufer.

Gerade war sie aus dem Waldrand herausgetreten, da wusste sie, warum ihr Pferd so reagiert hatte und mit einem aufmerksamen Blick schaute die Kriegerin auf die gegenüberliegende Insel. Eine einzige Hütte stand dort. Sie wusste auch, das dort ein alter Mann wohnte, der den ganzen Tag nichts anderes tat, als herum zu brüllen und sich mit den Leuten anzulegen. Auf der Insel regte sich nichts ungewöhnliches, nur dieses seltsame blaue Licht, das aus der Hütte drang, machte sie stutzig.

Dann plötzlich drangen laute Worte an ihr Ohr, von jemanden gesprochen, deren Stimme sie sofort erkannte.
„Ja! Ich bin bereit!“ Klar und deutlich kam dieser Satz bis ans andere Ufer und nur Augenblicke später wurde das blaue Licht noch intensiver und verschwand sofort danach.

„Babe!!“, schrie die Kriegerin so laut sie konnte und lauschte anschliessend auf eine Antwort. Aber nichts als Stille schlug ihr entgegen. Selbst die Vögel waren für einige Zeit verstummt bevor sie wieder zaghaft mit ihrem Trällern anfingen.

Noch länger wollte die Kriegerin nicht warten. Mit wenigen Schritten lief sie ins Wasser und schwamm zur Insel herüber. Vor Nässe triefend betrat sie einige Zeit später vorsichtig die halb zerfallene Hütte und schaute sich wachsam um.

Nichts, nichts war hier in dieser Hütte… doch wo war Babe?
[Bild: 99406b20f47226c138be3f8462bd84800.319213..._girls.gif]

Der Teufel lehrt die Frauen, was sie sind, oder vielmehr:
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22.05.2007, 19:04
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Rael_Steinbrecher
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Beitrag #5
 
Rael seufzte, als sie die nächste Kiste anhob, um sie auf den Tisch zu stellen. Es war erstaunlich wie viel Kram man über die Jahre ansammeln konnte. Sie war froh, dass der Umzug aber als Anlass dienen konnte, einiges von den unnützen Sachen, die eh nur herumlagen, loszuwerden. Vorsichtig wischte sie den Staub von der Kiste und unterdrückte den aufkommenden Nieser. Das Kitzeln in der Nase begleitete sie weiter, während sie die Kiste öffnete und begann die Schalen und Schüsseln in die Schränke ihrer neuen Küche einzuräumen. Sie hatte sich vorgenommen, die Hütte in Themiscyra wohnlich zu machen, bevor sie Mireya zu sich holte. Das Mädchen, welches zu einer Frau heranwuchs, hatte genug Probleme gerade mit sich selbst durchzumachen, als dass sie noch den Stress des Umzuges brauchte. Rael kaute auf der Unterlippe, überlegte sich eine optimale Sortierung der Schüsseln, um diese wieder zu verwerfen und einfach nach Gefühl zu agieren.

Als die Kiste leer war, bis auf das Stroh zur Polsterung, wischte sich Rael den Schweiß von ihrer Wange. Den Staub der Kiste, den Dreck der Straße verwischte sie dabei in ihrem Gesicht. Ein farbiger Streifen Drecks zog sich nun über ihre Wange und doch interessierte dies Rael nicht. Sie wischte sich die Hände an ihrer Schürze ab und schob die Kiste beiseite. Außer Atem machte sie sich an die nächste Kiste, die es galt leer geräumt zu werden. “Wieso muss so etwas immer so anstrengend sein. Es bringt doch Spaß, kann es denn nicht auch … ach egal. Du redest Blödsinn, Rael!“, ermahnte sich Rael und schob die Kiste mit den Knien und Händen zur Abstellkammer. Aus den Augen, aus dem Sinn, dachte Rael und hoffte noch auf ein bisschen Platz für die leere Kiste.

Sie spürte ein sanftes Kribbeln auf ihren Unterarmen, als sie die Tür zur Abstellkammer öffnete und doch zögerte sie keinen Augenblick. Ein zarter Lufthauch fegte über sie hinweg, zerrte an ihrer lockeren Hose, dem Hemd und ihren Haaren, die wie immer wirr abstanden. Rael riss die Augen weit auf und sprang einen Meter nach hinten, wobei sie leider über die nächststehende Truhe stolperte und sattsam auf ihren vier Buchstaben landete. Mit offenem Mund blickte sie in das Antlitz der schönsten Frau, die sich Rael nur vorstellen konnte. Es dauerte einen Moment bis ihre Worte zu Rael durchdrangen. So verwunderlich es war, dass die Frau in ihrer Abstellkammer stand, so wenig fand Rael es bedrohlich. Von dieser Frau ging in keinster Weise Gefahr aus, sie strahlte Wärme, Liebreiz und eine solche Zartheit aus, dass sie niemals eine Bedrohung darstellen konnte. So hoffte Rael zumindest im Stillen.

Auf ihrem Allerwertesten sitzend, die Hände auf den Boden abstützend blickte sie immer noch die Frau an, die sie geduldig anblickte. Erneut wiederholte sie die Worte, die sie bereits abermals gesprochen hatte. Dieses Mal nahm Rael sie wahr, dieses Mal lief ihr ein sanfter Schauer den Rücken hinab. “Askaarel braucht auch Deine Hilfe!“ Rael blinzelte und sie wußte, dass sie in diesem Moment nicht sonderlich intelligent aussah. Vergleichbar mit dem starren und dümmlich anmutendem Blick einer Eule. Sie schluckte und stemmte sich vom Boden hoch. Unbewußt rieb sie sich den schmerzenden Hintern und blickte die Frau vor sich stumm an. Sie legte den Kopf schief und schüttelte diesen. Hatte sie sich den Kopf gestoßen? War ihr eine Kiste beim Öffnen der Tür auf den Kopf gefallen und sie sah nun Dinge, die nicht da waren? Rael fühlte sich jedoch magisch angezogen und begann zu glauben, was sie sah.

Es gab zwar keinerlei Erklärung für ihr Auftauchen hier und doch fühlte es sich richtig an. Rael blickte kurz an sich herab und schüttelte abermals den Kopf. So konnte sie doch wohl keineswegs Askaarel helfen. Und wer war Askaarel? Wer war diese Frau? Wie konnte sie in ihrer Abstellkammer auftauchen? In Raels Kopf schwirrten Fragen und sie griff ohne zu zögern den Rucksack, den sie nach ihrer Ankunft in Themiscyra in die Ecke des Wandschranks gepfeffert hatte. Sie nickte und blickte die Frau an. Sie würden helfen, natürlich würde sie helfen. Wenn Askaarel Hilfe brauchte, dann würde sie ihm diese gewähren. Rael schulterte den Rucksack und wußte, dass sie keineswegs vorzeigbar ausschaute, aber ihr war dies egal. Man brauchte ihre Hilfe und sie war niemand, die jemandes Hilfebitte ausschlug.

In ihrer Abstellkammer bildete sich ein Wirbel und die Frau, die Erscheinung verschwand. Der Wirbel bildete so etwas wie eine Öffnung, ein Eingang zu einer anderen Welt und Rael schluckte abermals. Ein Kloß der Angst bildete sich in ihrem Hals, doch gab sie sich einen Ruck und durchschritt dieses Tor. Sie würde Askaarel helfen, so es in ihrer Macht stand. Sie fühlte ein Ziehen, schloss sicherheitshalber die Augen, als sie eine Veränderung der Luft verspürte. Sie ging weiter und stieß mit ihrem Fuß gegen einen Widerstand. Mit zusammengepressten Augen blieb sie stehen und holte tief Luft. Der Geruch von Blut hing in der Luft und Rael riss die Augen auf. Vor ihr lag ein junger Mann in seiner eigenen Blutlache. Ein Hauch von Bedauern huschte über Raels Gesicht. “Ich glaube, ich komme für diesen Askaarel zu spät, meine Gute!“, murmelte sie leise, während sie sich abermals ohne darüber nachzudenken ihren schmerzenden Hintern rieb.
[Bild: 6_rael1132.jpg]
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24.05.2007, 13:40
asil
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Beitrag #6
 
Die Hütte sah aus, als wäre sie schon ewig nicht mehr benutzt worden. Staubig und mit nur wenig Möbeln bestückt gab sie einen recht verfallenen Eindruck ab. asil schüttelte leicht mit dem Kopf bei dem Gedanken, das der alte Mann hier gehaust hatte. Jedoch war auch dieser nicht anwesend.

Angespannt lauschte die Kriegerin in die Stille hinein, aber es war kein ungewöhnlicher Laut zu vernehmen. Hatte sie sich doch getäuscht? War Babe gar nciht hier gewesen? Aber dieses blaue Licht? Was hatte es zu bedeuten gehabt?

Grübelnd stand asil mitten in der Hütte und überlegte, was sie nun tun sollte. Ob sie zu Ecthelion gehen sollte, um ihm davon zu berichten? Den Gedanken verwarf sie aber sofort wieder, denn was sollte sie ihm schon erzählen? Sicher würde er denken, sie hätte schon wieder zuviel Bier getrunken... asil schmunzelte kurz und entspannte sich merklich.
Nochmal einen kurzen Blick durch die Hütte werfend, wandte die Kriegerin sich um und verliess die Behausung. Ohne sich weiter auf der Insel aufzuhalten, sprang sie wieder ins Wasser und schwamm zurück zum Festland, wo sie fluchend feststellte, das ihr Pferd weggelaufen war.
Ständig leise Flüche ausstossend stapfte asil wütend durch den Wald in Richtung Babes Hütte. Sie hoffte, ihr Pferd dort wieder anzutreffen, denn einen anderen Ort kannte das Tier hier nicht.
Unterwegs traf asil einen der Waldschräte, die hier wohnten und fragte ihn, ob er ihr Pferd gesehen hatte, was dieser mit einem Kopfschütteln verneinte und einfach weiterging. asil zuckte mit den Schultern und ging weiter. Ihr fröstelte ein wenig wegen der nassen Kleidung, die an ihrem Körper klebte wie eine zweite Haut und freute sich schon darauf, sich bei Babe umziehen zu können.

An Babes Hütte angekommen, rief sie laut nach ihrer Freundin, bekam jedoch keine Antwort. asil wollte sich schon setzen, als sie das leicht bläulich schimmernde Licht in Babes Hütte bemerkte.

"Verdammt, da ist es schon wieder!", murmelte die Kriegerin und zog ihre Stirn in Falten. Was das zu bedeuten hatte?
Entschlossen griff sie zur Tür und öffnete sie ruckartig, den Dolch in ihrer rechten Hand haltend, um sich verteidigen zu können. Das Schwert hing ja sinnvollerweise an ihrem Pferd, das leider nicht hierher gefunden hatte.
Erstaunt riss asil die Augen auf, als sie das blaue Licht erblickte, das mitten im Wohnraum stand. Was für eine Erscheinung!

"Wer bist Du? Was willst Du hier? Wo ist Babe? Was hst Du mit ihr gemacht?", sprudelten die Fragen nur so aus ihrem Mund und sie schuate die Frau voller Skepsis an. asil fand Lyra, die Fee des Waldes, schon seltsam, aber immerhin leuchtete diese wenigstens nicht so. Umso vorsichtiger war die Kriegerin nun und wartete ungeduldig auf eine Antwort.

!Askareel braucht Dich!", sprach die Erscheinung in ruhigem Ton anstatt der Kriegerin ihre Fragen zu beantworten.

"Askareel? Was interessiert mich Askareel! Wo ist Babe? Ist sie dort?"

Wütend blickte die Kriegerin die Frau an und ihre Hand verkrampfte sich noch fester um ihren Dolch.


"Ruhig Blut, Kriegerin", bekam sie nun zur Antwort, "Babe ist schon in Askareel, Askareel braucht sie. Genau wie Dich. Folge ihr und helft uns. Komm herein..."

Wie? Komm herein? War die Frau von Sinnen? Wo sollte sie denn hereinkommen? Kaum hatte sie die Gedanken zu Ende gedacht, veränderte sich die Erscheinung vor ihr und eine Art Tor entstand vor ihren Augen.

"Oh, scheisse!", entfuhr es der Kriegerin. Ein Tor in eine andere Welt... und war Babe wirklich da? Verdammt, wenn sie nicht sprang, würde sie es nie erfahren. Aber wenn sie nun geradewegs in die Hölle sprang? Wieder kamen einige Flüche aus ihrem Mund, doch dann nahm sie Anlauf und sprang durch das Tor...

Der Sprung endete ziemlich plötzlich, als sie gegen den RÜcken einer Frau stiess, die direkt vor ihr stand und asil landete recht unsaft auf der Seite, was wiederum einen ärgerlichen Fluch zur Folge hatte.

"Das ist nicht mein Tag, nein, das ist nicht mein Tag...", schimpfte sie leise vor sich hin und setzte sich langsam auf ihren Hintern. "Wo bin ich hier?"

asil schaute sich wachsam um, bis ihr Blick schliesslich auf der Frau liegen blieb gegen die sie gestossen war.
"Wer bist Du? Was ist hier los? Wo ist Babe?"
[Bild: 99406b20f47226c138be3f8462bd84800.319213..._girls.gif]

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24.05.2007, 17:31
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Rael_Steinbrecher
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Beitrag #7
 
Rael blickte auf die Gestalt zu ihren Füßen und begann auf der Unterlippe zu kauen. Sinnierender weise fiel ihr recht langsam ein, dass zu einem Toten immer auch ein Mörder gehörte und so hob sie, schwer schluckend den Blick. Ihr Puls begann zu rasen und ihr Herz klopfte ihr bis zum Halse. “Na prima, Deine Waffen hast Du natürlich daheim gelassen. Manchmal bist Du echt ne dumme Gans, Rael!“, flüsterte sie leise. Sie wollte schlafende Hunde nicht wecken. Langsam ließ sie ihren Blick schweifen, konnte jedoch außer einem weitern Toten nichts entdecken. Rael stieß den Atem aus. Ein weiterer Toter, der deutlich frischer aussah machte es nicht besser. Wenn ich das so sagen darf, hat sich Dein Zustand gerade um 100 % verschlechtert. – Ach halt doch die Klappe.

Wieder wurde sie von einem leichten Windhauch erfasst und mit einem Mal war die Bedrohung da und fiel ihr in den Rücken. Rael stolperte vorwärts, bemüht sich über den toten Leib abzurollen, was ihr mehr missglückte als gelang. Und doch war sie zumindest weiter von ihrem Angreifer weg. Rael rappelte sich auf und griff sich ihren Rucksack. Wenn ich schon keine Waffe habe, dann schleudere ich ihr wenigstens meinen Rucksack um die Ohren. -Vielleicht kannst du sie mit deiner Schmutzwäsche beeindrucken. – Jetzt ist aber gut, verdammt. Raels Gedanken rasten und sie versuchte sie zu fassen. Der Angreifer war eine Frau und kam ihr vertraut vor. Sie hatte sie schon einmal gesehen. Es war ewig lange her und die Erinnerungen waren sehr blass, aber sie wußte, dass sie diese Frau von irgendwoher kannte.

Den Rucksack vor ihren Bauch haltend, als würde sie ihn der Frau an den Kopf werfen wollen, blickte sie die Frau irritiert an. Ein Angreifer war sie nicht und Rael war einfach nur verwirrt was sie hier machte. Als sie dann zu sprechen begann, wurde Rael immer verwirrter. Rael schüttelte den Kopf und kniff sich zaghaft in den Arm. Doch, der Schmerz war da. Es konnte also kein Traum sein, bei dem man übel von einer Seite zur anderen gestoßen wurde. “Ähhäää… also.. jaaa…“, stotterte Rael vor lauter Verwirrung. Na das klang aber mal richtig intelligent, meine Liebe. Tolle Leistung! Wie lange hast Du dafür geübt? Ne Woche? Rael stellte ihren Rucksack mit einem Seufzen auf den Boden, hob die Hand und schlug sich kurz gegen die Schläfe, als ob sie damit ihre Nebelschwaden im Kopf entfernen könne. “Was ich sagen wollte, bevor sich mein Hirn ausgeschaltet hat. Ich bin Rael und ich glaube, ich kenne Dich von irgendwoher. Mehr weiß ich aber auch nicht und ich muß sagen, irgendwie überfordert mich das ganze gerade ein bisschen!“

Rael wurde leicht unruhig, denn sie konnte schwerlich einschätzen, ob ihr Gegenüber sie vielleicht für die Mörderin von den beiden Männern hielt. Rael schluckte und wischte sich die schweißnasse Hand an ihrer dreckigen Schürze ab. Sie begann auf ihrer Unterlippe zu kauen und trat vorsichtig einen Schritt nach vorne. Sie hielt ihr die offene Hand hin. “Das muß wehgetan haben. Ich hoffe, es ist nichts Schlimmes passiert? Kann ich Dir aufhelfen?“, fragte sie vorsichtig und auch etwas befangen.
[Bild: 6_rael1132.jpg]
Temperament ist ein vorzüglicher Diener, doch ein gefährlicher Herrscher.
24.05.2007, 17:58
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Beitrag #8
 
Eine Bewegung in ihrem Rücken ließ die Kriegerin herumfahren. Gleichzeitig fasste sie an den Knauf des Schwertes und zog es halb heraus. Erst im letzten Augenblick erkannte sie Ezekiel, so dass sie mitten in ihrer Bewegung stoppte und innehielt. Erleichtert atmete sie laut aus. „Ezekiel...!“
Der Waldläufer antwortete nicht. Sie hatte auch keine erwartet, dazu kannte sie ihn inzwischen viel zu gut. Schweigsam, abwartend, zupackend – das waren seine Eigenschaften und was auch immer ihn nach Askaarel getrieben hatte, sie würden es brauchen.
„Du bist nass.“ K`Ehleyr stellte diese Tatsache mit hochgezogenen Augenbrauen fest. „Aber wie ich Askaarel kenne, nicht das letzte Mal.“
Energisch schob sie das Schwert an seinen Platz zurück. Nach einem letzten Blick auf die beiden Toten machte sie kehrt und verließ die Höhle. Ezekiel wird ihr folgen und er wird nicht der einzige sein, denn das Portal begann bereits damit, neue Krieger zu rekrutieren.

Der Weg durch das Höhlenlabyrinth war jedoch alles andere als einfach. Das grüne Flackern der Lichter leuchtete ihnen zwar den Weg, doch der Gestank verursachte ihr bald eine heftige Übelkeit. Zudem verirrten sie sich erst einige Male in dem Gewirr der Gänge und Kammern, bis ihnen ein Hauch Frischluft den Pfad nach draußen wies.
„Endlich...“ K`Ehleyr eilte der frischen Brise nach. Eine kühle Nacht empfing sie, die immer noch von den flackernden Lichter erhellt wurden. Froh, den Berg hinter sich gelassen zu haben, trat sie einige Schritte vor, bis sie von Ezekiel an der Schulter zurück gerissen wurde.
„Was...?“ Erschrocken ruckte sie zurück. Erst dann sah sie den Abgrund vor ihr und sie schrie leise auf. Um ein Haar hätte sie einen Schritt zuviel getan und wäre in die Nacht gestürzt.
„Bei den Göttern...“ Die Nachtluft tief in ihre Lungen einatmend blickte sich K`Ehleyr um: Sie standen auf einem Plateau vor der Eingangshöhle. Ein Weg führte unweit von ihr vom Berg herab und verlor sich anschließend zwischen den Lichtern in der Tiefe.

Ihre Stimme klang rau und trocken: „Gehen wir. Selbst, wenn wir alleine sein sollten, braucht man uns.“
24.05.2007, 20:02
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Beitrag #9
 
Gedämpft zersprangen die Wassertropfen auf dem staubigem Höhlenboden, ummalten seinen Standpunkt in einem dunklen Bogen. Der Geruch des Blutes stieg ihm in die Nase und vermischte sich mit dem unbekannten Gestank der Umgebung. Die Kling sang ihr Lied, so wie sie aus der Scheide gezogen wurde um bald abrupt zu verstummen. Der erstaunte Laut an seiner Stelle verdrängte die Ungewissheit ob die Kriegerin ihn erkannt hatte. Der Holzfäller, klatsch nass und mit beiden Kriegsbeilen in den Händen, lies zuerst einmal den Blick wandern um jedes Detail aufzunehmen. Babe hingegen quitierte, die Nässe die er mitgebracht hatte trocken um ihm jedoch dann nur einen Hinweis zu geben was hier eigentlich los war. Askaarel... wo auch immer das nun liegen mag... er wollte es gar nicht wissen. Er konnte aber nur zu gut an ihrer Körperhaltung ablesen, dass seine Königin hier nicht ganz unkundig war. Verwirrt war sie auch nicht wirklich, ganz im gegenteil... Entschlossenheit strahlte sie ihm entgegen, was ihn etwas stolz machte.
So stellte er keine Fragen, während sie ihm keine Erklärungen gab... sie würde ihm schon sagen was er zu wissen brauchte, oder eben auch nicht. Ein kurzer letzter Blick und sie drehte sich um und marschierte mit eben dieser Entschlossenheit los. Der ehemalige Legionär war jemand der sich sehr auf seine Sinne verlies und diese mit den Jahren und der Wandlung geschärft hatte. So folgte er ihr und steckte nur eines der beiden Kriegsbeile an den Waffengurt, doch blieb konzentriert als würde der nächste Gegner im Schatten warten.

Den Höhlenraum kaum einige Meter verlassen, hörte er auch schon etwas in seinem Rücken. Babe war schon einige Schritte voraus, doch er musste kontrollieren was dieses Geräusch provoziert hatte. Da der Gang eine Kurve bildete, konnte er nicht direkt in dem Raum sehen. Er entschied sich kurzer Hand nach zurück zu gehen um nach dem Rechten zu sehen... Als er sich der Aushöhlung näherte, leuchtete es erneut bläulich auf und ein dumpfes Aufeinanderprallen war zu vernehmen. Was nun folgte lies ihn Schmunzeln, da es ihm vertrauter war, als er es hier je erwartet hätte. Diese leisen Flüche konnten nur einem Biest entspringen, einem Biest aus einer weissen Stadt. Dem Wortwechsel nach, wussten die Beiden nicht mehr wie er selbst. Erst jetzt fiel ihm ein, dass Babe weitermarschierte und sie den Anschluss nicht verlieren durften. Wer wusste schon was diese Höhlen noch alles verbergten?

So trat er erneut, recht unzeremoniel, in den Raum.

"Onan zum Grusse"

Er wusste sie würden ihm die gleichen Fragen stellen, doch sie hatten keine Zeit zu verlieren. So antwortete er auf die letzte Frage von Asil und hoffte sie so dazu zu bewegen ihm schnell zu folgen.

"Babe ist nicht weit!"

Er wandte sich direkt wieder um und winkte ihnen zu, sie sollen ihm folgen.

"Sie weiss die Antworten auf euere Fragen."

Worte waren schwer zu finden, so überlies er meist auch anderen das Reden. Was auch immer hier vorging, zusammen würden sie besser darstehen. In einer Art Laufschritt, bewegte er sich schnell durch den Gang den er schon kannte... Doch an der nächsten Kreuzung musste er kurz stehen bleiben. Hören und riechen konnte er Babe noch nicht, doch zum Glück schienen die Wege eher selten benutzt zu werden, so waren an einigen Stellen die Fussabdrücke zu erkennen, während an anderen Stellen, Kiesel so verschoben war, dass der feuchtere Untergrund etwas dunkler zu erkennen war. Es hatte doch Vorteile ein Beobachter zu sein... auch wenn hier nicht wie im Wald kleine gebrochene Äste zu sehen waren. Babe hatte scheinbar wirklich nicht gewartet, es dauerte ein wenig bis er ihre Siluette erkannte, die den Pfad an die frische Luft gewählt hatte. Doch seine Königin schien so zufrieden die unterirdischen Gänge verlassen zu können, dass sie etwas unvorsichtig wurde. Der Abgrund umrandete den Ausgang... Etwas heftiger als gedacht riss er sie an der Schulter zurück, was ihr doch zu missfallen schien. Auf ihre harsche Frage, deutete er nur kurz mit dem Blick vor ihre Füsse.
Babe besann sich nur kurz und wollte schon weiter nach vorne preschen, doch ezekiel hielt ihre Schulter noch einen kleinen Moment fest.

"Wir sind nicht alleine..."

er deutete hinter sich...
24.05.2007, 22:30
Traumtaenzer
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Beitrag #10
 
Glückselig musterte der Bauer mit dem Stolz des Besitzers seinen Kartoffelacker, während seine drei Gedanken vor Freude tanzten Gehört uns, gehört alles uns- die schönsten Kartoffeln, die Dicksten Kartoffeln, und nichts und niemand wird es gelingen, diese in Erbsen zu verwandeln!. Beinahe wäre er vor Stolz fast geplatzt, doch in den Reigen des Tanzes seiner drei Gedanken mischte sich auf einmal eine Stimme, die noch nie zuvor vernommen hatte, eine Stimme, die lockte, verführte- und von unendlichem Leid zugleich verkündete...

Askaarel ist in Not! Askaarel braucht sogar Deine Hilfe!! Und wenn Askareel sogar Dich braucht, ist es wirklich in Not!!!

Normalerweise war der Bauer Experte für irgendwelche Stimmen, die ihm Dinge zuflüsterten, die er nicht verstand, aber diese erschien ihm vollkommen unbekannt, ja geradzu neu. Misstrauisch sah er sich um- seine Kartoffeln schienen ihm wie üblich zuzublinzeln, sein Esel widmete ihm den gewohnten fragenden Blick, den er wie gewoehnlich mit Wer ist hier der Esel? zu uebersetzen pflegte, sein Hund jagte den eigenen begeistert wedelnden Schwanz, die Katze räkelte sich faul in der Sonne, und die Maus turnte auf des Bauern rechter Schulter herum, dies alles erschien ihm sehr vertraut und gewohnt.

Voller Argwohn liess der Bauer seine Blicke wandern- gen das Dickicht der Bäume, wo er selbst die Weberin der Seidenkleider wusste, die dort ihre Netze spann. Ein belustigstes Klicken erklang in seinem Geiste Zweibeiner mit der ach so köstlichen Leere in Deinem Geiste- ich bin nicht Askareel noch Askareels Stimme- aber meine Facettenaugen sehen ein blau leuchtendes Portal auf dem Felde Deiner Ehre...

Der Bauer fuhr zusammen- und herum. Mit einer Kinnlade, die herabhängend seinen Kartoffelacker untersuchte, musterte er ein blauleuchtendes Portal, das sich bisher seinen beschränkten Wahrnehmungsfähigkeiten nicht offenbart hatte! Des Bauern drei Gedanken beriefen sofort eine Krisensitzung ein Ein Parasit am Busen der Zivilisation! Ein Einfalltor für Kartoffelkäfer!! ATTACKE!!!

Der Bauer eilte zu seinem Esel, der all jenes mit sich schleppte, das der Bauer für sich zum Gebrauch als nötig erachtete, ergriff seinen Kampfstab und stürmte wutentbrannt auf das blau leuchtende Portal zu. Mit vollem Schwung holte er mit dem Kampfstab aus...

ein Gefühl der Verwirrung, ja gar der Desorientierung überwältigte den Bauern, der eigentlich als Inkarnation der Desorientierung gegen solche Gefühle immun sein sollte...

Mit wild rollenden Augen fand sich der Bauer am Rande eines Abgrundes wieder, der vor ihm ihm einladend zuzuwinken schien. Mit einem Schrei warf er sich zurück- um wie eine Schildkröte hilflos zappelnd auf seinem Rücken zu landen. Das erste, was er spürte, war ein schlabbernde Zunge, die ihn ableckte- die kannte er, das war sein Köter! Er öffnete seine Augen- zu seiner Linken sass sein Katze, die sich putzte und wie üblich gelangweilt wirkte- das war beruhigend. Bewegungen in seiner Gürteltasche verrieten, dass seine Maus dort gerade die Käsevorräte plünderte, und als er die Augen sich weiter umblicken liess, erblickte er als erstes über sich den Kopf seines Esels- das erschien ungemein beruhigend, aber seine Augen wanderten mit ihren Blicken weiter... und erblickten die Herrin der Wälder, der er zu Füssen lag! Hektisch blickte der Bauer sich weiter um, aber er sah allenfalls trübselig rot, von einem Portal in Blau war nicht ein kleinstes Anzeichen zu sehen, das er zur Flucht hätte nutzen können.... aus den Augenwinkeln nahm er noch jemanden wahr, der ihm bekannt vorkam, ezekiel der Erzengel fiel ihm ein, das sollte dessen Name sein...

Mühsam rappelte der Bauer sich in eine stehende Position hoch (seine Knie feuerten eine Protestnote nach der anderen ab!), mit kurzsichtig blinzelnden Äuglein musterte er K`Ehleyr, um mit zitternder Stimme diese zu fragen

"Ich will gar nicht wissen, wieso Du hier bist! Ich will eigentlich auch gar nicht wissen, wo Hier ist!! Aber wieso bin ich hier? Und wer um alles in der Welt ist Askareel?"

Durch des Bauern grüne zwei Augen, die fragend blickten, gesellten sich mit fragendem Aussdruck auch dessen drei Gedanken... es waren deren also gar fünfe, die sich der Herrin der Wälder im fragenden Kampfe wagten, entgegenzustellen...
25.05.2007, 00:35
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Beitrag #11
 
Tirgatao lag auf der Lauer. Der Busch verdeckte sie, und der Wind strich sanft über ihr Gesicht. Wären Hishn und Shona bei ihr gewesen, hätten sie ihr sagen können, wonach er alles roch, doch die beiden hielten sich heute zurück. Sie waren noch nicht wieder wirklich hungrig und hatten die Amazone lediglich auf die Spur dieses Rudels Rehe gebracht und sich dann zurückgezogen. Langsam und so lautlos wie möglich spannte Tirgatao ihren Bogen. Sie würde nur eine Chance haben, bevor die Tiere fliehen würden. Sie nahm sich Zeit, zielte sehr sorgfältig, wartete, bis ihre Beute ideal stand. Dann ließ sie den Pfeil von der Sehne und stand langsam auf. Der junge Rehbock zuckte noch ein paar Mal, dann lag er still. Der Rest des Rudels war verschwunden, Blätterrascheln, Huftrommeln und knackende Zweige zeugten von der eiligen Flucht.

Gerade als Tirgatao die Läufe des Rehbocks zusammenband, um ihn besser über der Schulter tragen zu können, spürte sie Hishn und Shona näherkommen. Die beiden weißen Wölfinnen wussten, dass die Jagd vorbei war, und kamen nun gesprungen, um ihre 'Schwester' zu beglückwünschen. Zu dritt stimmten sie ein Siegesgeheul an, das sicherlich weithin zu hören war.

Die Amazone schulterte schließlich ihre Beute, hängte sich den Bogen wieder über und wischte ihre Hände an ihrer dunkelbraunen Hose ab. Plötzlich vernahm sie eine Stimme, die sie nicht kannte, eine, die anders klang, als alle Stimmen, die sie bisher gehört hatte:

Askaarel braucht eure Hilfe!

Tirgatao drehte sich um, auf der Suche nach der Quelle dieser Worte, doch die beiden Wölfinnen waren ihr bereits voraus: sie liefen auf ein bläuliches Licht zu, aufgeregt winselnd und witternd.

Wolfsschwester! Schnell! Seltsames Licht. Riecht nicht. Kennen es nicht.

Mit dem Rehbock über der Schulter war die Amazone erst recht langsamer als ihre vierpfotigen Freundinnen, doch sie sollte verdammt sein, wenn sie die Verpflegung für die nächsten Tage zurückließ! Als sie nahe genug an dem bläulichen Licht war, war sie verwirrt: es sah aus wie ein Strudel im Wasser, nur dass es senkrecht in der Luft stand und auch nicht aus Wasser zu sein schien. Noch bevor Tirgatao irgendetwas tun konnte, hob Shona neugierig eine Pfote und versuchte, das seltsame Ding zu fassen, ihm einen Klaps zu versetzen. Und plötzlich war sie weg!

SHOOONAAAA! Neeeeiiiin!

Im nächsten Moment sprangen Hishn und Tirgatao gleichzeitig zu diesem Strudel, um Shona, die offenbar hineingesaugt worden war, herauszuziehen. Sie griffen hinein, bekamen jedoch nichts zu fassen. Stattdessen verloren sie den Boden unter den Füßen.

Im nächsten Moment landeten sie auf hartem Boden, und direkt vor ihnen stand Shona und knurrte eine Katze und einen Hund an, und neben diesen Tieren stand

K'Ehleyr? Was machst du hier? Wo ist hier?

Noch während Tirgatao die Worte sprach, trat sie neben Shona und fasste sie sanft aber fest im Nackenfell.

Das ist nicht mehr unser Revier. Lass sie bitte in Ruhe, meine Graue. Ich weiß nicht wo wir sind.

Hishn drückte sich an die andere Seite der Amazone und beobachtete die 'Versammlung' vor ihr mit misstrauischem Blick.
25.05.2007, 01:41
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Beitrag #12
 
"Einst ging ich am Ufer des Tiber entlang, Ohohoholalala!"
Eomers Stimme tönte gedämpft durch die kleine dunkle Gasse, während er sich - tastend - einen Weg an den Wänden entlang suchte. An seinem schwankenden Gang konnte man sehen, dass der hochgewachsene Mann an diesem Tage schon sehr tief ins Horn geschaut hatte.
Hin und wieder blieb er mit einem Teil seiner Rüstung und dem Knauf seines Schwertes an einem Türpfosten oder einer Kiste hängen und musste sich mit unglaublich grobmotorischen Bewegungen wieder befreien. Immer und immer wieder schoss ihm die Frage durch den Kopf, warum er eigentlich all das mitgenommen hatte. Er hätte doch genau so gut in gemütlicher Alltagskleidung, ohne Rüstung und Waffen weggehen können. Aber kaum war die Frage da, wurde sie von einer Nebelbank im Kopf des Kriegers verschlungen.
"Ein schlafendes Mädchen am Ufer ich fand, Ohohoholalala!", sang der Germane weiter.
"Ein schlafendes - AU!"
Wieder einmal war es ihm geglückt gegen die einzige Tonne zu stoßen, die in der Gasse stand. Nun taumelte er fluchend zurück und lehnte sich gegen die nackte Hauswand, um sich etwas zu besinnen. Doch egal, wie sehr er es auch versuchte, der Met steckte ihm zu sehr im Geist. Blinzelnd schüttelte er den Kopf und wünschte sich nichts mehr, als einen Eimer Wasser, um wieder klar zu werden.
Askaarel braucht dich! Askaarel ist in Not!
"Was?!"
Eomer riss den Kopf hoch und blickte sich rasch in der Gasse um, doch war es zu dunkel und seine Augen zu träge, als dass sie etwas ausmachen hätten können.
"Wer..." Der Krieger stieß eine lautes Husten hervor. "Wer zum Teufel ist... ist da?! Zeig dich du Schuft! Wenn du mein Geld willst, dann... dann musst du es dir holen!"
Hastig ruckte Eomers Hand in Richtung Schwertgriff, doch musste sie ihn erst einmal richtig umfassen, bevor die Klinge aus ihrer Hülle fahren konnte.
Mehr schlecht als recht legten sich die behandschuhten Finger um den Griff. Einen weiten Bogen beschreiben, blitze das Schwert auf und der Krieger taumelte nach vorne.
"Ich warne dich! Ich bin einer der besten... besten Schwertkämpfer die es gibt!"
Eomer hoffte, dass sein Genger ihm dies auch wirklich glaubte. Er war zwar ein guter Kämpfer, aber in seinem momentanen Zustand war dies nicht zu beweisen.
Ziellos wankte er einmal in diese und dann in die andere Richtung, doch könnte er niemanden finden. Resignierend lehnte er sich wieder gegen die Wand und lockerte den Griff um das Heft des Schwertes, das mit der Spitze auf dem Boden aufstand, etwas.
"Jetzt höre ich schon Stimmen in meinem Kopf... Ich sollte wirklich mit dem Saufen aufhören.", murmelte er leise und rieb sich mit der Linken die Augen.
"Wenn das bekannt wird, werde ich..."
Askaarel braucht dich! Askaarel ist in Not!
"Nicht schon wieder..."
Bestimmend schloss Eomer seine Augen und drückte sich förmlich gegen den kalten Stein in seinem Rücken. Doch auf einmal schien der Stein nachzugeben.
"Was soll denn das?!"
Rasch riss der Germane die Augen auf und sah, dass er von blauem Licht umgeben war. Die Wand, gegen die er lehnte, strahlte dieses Licht aus... Aber war es wirklich die Wand?
Über diese Frage machte er sich keine Gedanken mehr, denn er hatte durch das Wegfallen der Stützkraft der Wand das Gleichgewicht verloren und fiel nun rückwärts in das Licht hinein.
"Ach verdammt...", kam es ihm resignierend über die Lippen, bevor er auf etwas hartem, vermutlich einem Steinboden, aufschlug und sein Schwert klirrend neben ihm zum Liegen kam.
Verschwommen nahm er war, dass er nicht alleine war, doch konnte er nicht genau erkennen, wer oder gar wie viele Personen in der Nähe waren, nur, dass sich ein paar von ihnen zum ihm bewegten.
"Das ist nicht mein Tag..."
26.05.2007, 08:48
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Beitrag #13
 
Im Grunde hatte er schon alles erlebt was man erleben konnte, Schlachten mit ausmassen von Völker evrnichtungen bis hin zu einem abenteuer als Beschützer einer Adels Frau.....
Wobei diese Frau noch das angenehme an der ganzen sache war....Was hatte Taktiker für einen spass mit ihr....lachend blickt er gerne dorthin zurück doch er merkte das dieser Tag alles andere als Normal werden sollte.

"Askaarel braucht dich! Askaarel ist in Not!"

"Askaarel?"
Er hatte dieses schon einmal gehört, vor sehr langer zeit aber er fragte sich was diese Stimme nun auf sich hatte?
Es war ganz klar eine höhere Macht die ihm zuflüsterte, er als Magier musste das wissen dennoch konnte er sich kein bild davon machen warum ihm diese stimme erschien.....
Damals stoss er zufällig einer truppe zu die nach einem Portal suchten der zu diesem Ort führte aber ansonsten hatte Taktiker wenig mit der Sache zutun.

Er schaute die Wand an als sie auf einmal Blau wurde....
hinter ihm zog der wind sich zusammen und ein Wirbel endstand
"Entweder hier treibt jemand nen ziemlich böses spiel mit mir oder aber ich sterb heute, egal sterb ich heut nicht sterb ich morgen und sollange noch blut durch mich hindurch strömt nehm ich alles in kauf"

Er nahm anlauf und sprang hinein
am ende klatschte er gegen eine Höhlen wand wovon Taktiker nicht wirklich begeistert war...

"Hm, eine Höhle....Toll wollt ich schon immer mal hin"
Dachte Taktiker sich als er hinter sich ein geräuch vernahm...

Er nahm seinen Stab in die hand und schlug ihn einmal kurz auf den Boden so das er sich entzündete und eine kleine Blaue lichtkugel drüber bildete die ihm ein wenig die sicht erleichterte.
Er vernahm einen Grossen schatten am ende des ganges....Dunkles gewand, in der mitte mit einer dunkelroten Schärpe zusammen gebunden

Sei mir gegrüsst, ich hätte da mal eine fra.....

Bevor Taktiker ausreden konnte zog er schon sein Schwert und machte sich zum Angriff bereit.
Taktiker blieb nicht mehr viel Zeit, der tag hätte nicht besser anfangen können.
Taktiker hob seinen Starb und lies ihn Fallen, ein Grelles licht durchflutete den Ganzen Höhlen trackt..
Er nahm sein Schwert und nutzte die gunst seiner Blindheit aus um ihn den gnadenstoss zu geben....
Er riss sein schwert von unten nach oben so das er die Decke mit einem Klirren und schleifen striff...
Der Angreifer gin zu Boden und das blut bildete eine fütze um ihn herrum.

"Also eins Weiss ich, ich hätte mir vorher noch nen Krug Met genehmigen sollen...Verdammt nochmal wodrauf hab ich mich hier wieder eingelassen."

Fluchte er ein wenig als er noch weiter personen vernahm einige gänge weiter.
28.05.2007, 00:18
asil
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Beitrag #14
 
Rael… der Name kam der Kriegerin bekannt vor und sie runzelte ihre Stirn während sie darüber nachdachte, wo sie den Namen schon mal gehört hatte. Sie musste schon einige Jahre zurückgehen, bis das ihr klar wurde, wer da vor ihr stand und ein leichtes Lächeln erschien auf ihren Lippen.

„Natürlich, Rael. Aus dem Orden der Rose. Aber es ist schon lange her, das wir uns getroffen hatten…“

Weiter kam sie nicht, denn hinter ihr ertönte eine Stimme, die sie sofort erkannte und überrascht drehte asil sich zu dem Mann um.

„Ezekiel! Wie zum Henker kommst Du hier hin?“
Doch statt einer Antwort erfuhr sie nur, das Babe nicht weit weg war. Aber das sollte asil erstmal genügen und sie erhob sich langsam, indem sie Raels immer noch ausgestreckte Hand nahm und sich so hochzog. Ihre rechte Schulter schmerzte von ihrem Sturz ebenso wie ihre Hüfte und die ersten Schritte musste sie humpeln bis das der Schmerz nachliess und sie normal laufen konnte.

„Komm, Rael, gehen wir dem Engel hinterher, das wird das Sicherste sein im Moment.“

Stumm folgten sie Ezekiel nach draussen und asil war froh, als sie die erste frische Luft auf ihrer Haut spürte und sog die kalte Luft tief in ihre Lungen.
Als sie die Ansammlumg der Leute auf dem Plateau sah, stiess die Kriegerin einen erstaunten Laut aus und riss die Augen auf.
„Babe, Traumi, Tao und…“
ein am Boden liegender Mann, von dem ein widerlicher Gestank nach Alkohol ausging.

Kurz schloss asil die Augen mit der Vermutung, sie alle wären sicher fort, wenn sie die Augen wieder öffnete, aber jeder stand oder lag noch an seinem Platz, als sie langsam ihre Lider wieder hob.

„Was ist hier los? Wo sind wir? Warum sind wir hier?!“

Bevor jedoch jemand die Fragen beantworten konnte, trat sie auf Babe zu und umarmte sie fest.
„Ich habe schon gedacht, Dir wäre etwas passiert. Ich hab Dich schreien hören im Haus von dem alten Mann und als ich endlich dort war, warst Du verschwunden…“

Asil löste sich aus der Umarmung und schaute jeden Einzelnen an, um ihn mit einem Kopfnicken zu begrüssen.
„Also hat Askareel euch ebenso gerufen – doch wofür?
Warum sind wir hier?“
[Bild: 99406b20f47226c138be3f8462bd84800.319213..._girls.gif]

Der Teufel lehrt die Frauen, was sie sind, oder vielmehr:
sie lehren es dem Teufel, falls er es noch nicht wissen sollte.
29.05.2007, 18:39
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Beitrag #15
 
Sie hatte sich nicht im Portal getäuscht. Wie schon vor vielen Jahren ließ sie sie nicht in Askaarel alleine, sondern sammelte weitere Mitstreiter für ihre Sache. Und wie es ihr soeben ergangen war, nahm sie keinerlei Rücksicht auf die momentanen Umstände derjenigen, die sie nach Askaarel zu bringen gedachte. Im fahlen Licht der grünen Flamme betrachtete sie deshalb verwundert bis erfreut die bunte Gesellschaft und begrüßte alle, einschließlich den soeben aus dem Berg herausgetretenen mit Handschlag: „Taktiker, wenn ich mich recht erinnere.“
„Gleich...“ beantwortete sie anschließend Asils zuletzt gestellte Frage. „Als erstes müssen wir aber von diesem Berg herunter.“
Sie hieß Eomer auf Traumtaenzers Esel hieven, der ob dieser Last verärgert mit den Ohren wackelte. Auch Eomer protestierte, doch da dieser kaum der Koordination mächtig war und ihn sowohl Rael wie auch Asil auf dem Esel festhielten, blieb ihm nichts anderes übrig, als sich seinem Schicksal zu fügen.
Eine seltsam zusammengewürfelte Gruppe machte sich wenig später auf, den Berg vorsichtig hinunterzusteigen und wäre dies von einem unbeteiligtem Zuschauer beobachtet worden, hätte er sich wahrscheinlich verwundert die Augen gerieben:
Vorweg ging Taktikter, der mit seinem Stab den Weg zu erhellen versuchte. Ihm folgten die beiden Wölfe, denen sich noch mit eingezogenem Schwand der Hund Traumtaenzers angeschlossen hatte. Tirgatao, den geschossenen Rehbock auf den Schulter und Ezekiel, die ihr beim Tragen half, folgten ihnen. Den Esel führte K`Ehleyr, auf dem Eomer sich bemühte festzuhalten. Seine Beine hingen rechts und links an ihm herab und wäre er dazu fähig gewesen, hätte er wohl mit seinen Füßen mitlaufen können. Rechts und links von Eomer liefen Asil und Rael, eine Hand jeweils am Betrunkenen festhaltend. Beide hatten leichte Mühe, den Krieger im Gleichgewicht zu halten, so dass man dann und wann ein leises Fluchen von Asil hören konnte. Das Schlusslicht bildete Traumtaenzer, der seine Katze auf dem Arm trug.

Der Morgen graute bereits, als sie endlich den Fuß des Berges erreichten. Nach einer kurzen Rast, einem wenig erholsamen Schlaf Eomers, der in einem mächtigen Kater des Kriegers endete, überquerten sie eine scharfkantige Steinwüste. Durst und Hunger quälte sie, vom Rehbock blieb am Ende nur einige Knochen, das Fell und die Hufe übrig und sie alle wollten bereits das Portal verfluchen, als endlich ein Ende abzusehen war. Tage hatten sie für die Steinebene gebraucht. Tage, in der K`Ehleyr ihren Mitreisenden von Askaarel erzählt hatte. Von den fünf Schwestern, die das Land hüteten, von ihrem ersten Besuch und den Tarcks. Sie ihrem ersten Auftrag – der Flut, die sie zu befreien hatten – und dem Ende, das es nach sich zog.
„Ich weiß nicht, in welcher Not Askaarel nun ist,“ schloß sie ihre Erklärungen ab. „Das Portal – eine der Schwestern – verrät nicht viel, aber ich bin sicher, wir werden es erfahren. Sobald wir diese verdammte Steinwüste hinter uns gelassen haben...“

Als wären ihrer alle Gebete und Flüche erhört worden, endete die Steinebene abrupt am Ende des dritten Tages. Grünes Land tat sich vor ihnen auf, ein Bach, dessen Wasser klar und kühl schmeckte, schlängelte sich durch ungemähte und brusthohe Wiesen. Die Gefährten schrieen erleichtert auf, ließen sich neben den Wölfen und dem Esel am Ufer nieder und löschten endlich ihren Durst. Nach einstimmigem Urteil blieben sie bis zum übernächsten Morgen am Bach und während ihnen Eomer und Tirgatao frischen Fisch fingen, säuberten sie ihre Kleidung oder schliefen ihre Erschöpfung aus. Erst dann zogen sie weiter, bis sie am Abend eine kleine Ansiedlung erreichten.
Die Häuser, einfach gehalten, machten einen verschlossenen Eindruck. Erst, als sie energisch an die Türen klopften, wurden diese zaghaft geöffnet.
30.05.2007, 08:30