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Das merkwürdige Eheleben Seelenverwandter Sonderlinge. . .
Anonymous

Gast

 
Beitrag #3
 
Klar und kühl schien ein Strahl silbernen Mondlichtes durch die kleine Fensteröffnung von Crazys Kammer und weckte sie sanft. Eine neue Nacht brach heran, genau der richtige Zeitpunkt um den „Tag“ zu beginnen – am besten mit einem heißen Ratte Macchiato und ein paar Lichtkeksen, die sie den Kindern der Guten geklaut hatte (zusammen mit unwiderstehlichen G4-Kirschbonbons...).
Bei dem Gedanken an Frühstück musste sie unwillkürlich an die gemeinsamen Morgen mit Kamikaze denken, zu diesen Zeiten war sie noch – aus Anpassungsgründen – mit Sonnenaufgang aufgestanden, doch das war sie ja noch vom Leben in Rom gewohnt, wo sie auf Grund ihrer Tätigkeit als Gladiatorin fast immer am Tage unterwegs gewesen war.
Hier im Kloster konnte sie die grabähnliche Ruhe der Nacht richtig genießen, nutzen und bis zum letzten Mondlicht auskosten, aber wie würde der Zwerg damit zu Recht kommen? Wie so oft in den letzten Tagen verzog sich ihr Gesicht bei dem Gedanken an ihn zu einem fast mädchenhaften Grinsen, hoffentlich hatte ihr Brief seinen Empfänger unversehrt erreicht! Crazy war gespannt wie lang der Zwerg zu ihr brauchen würde – dass er kommen würde wenn sie ihn darum bat stand für sie vollkommen außer Frage. Der Weg war zwar weit und gefährlich, aber es handelte sich bei Kamikaze schließlich um einen Zwerg, und die waren nicht umsonst als besonders robust und mutig bekannt. Nun musste sie eigentlich nur noch über eine Art Hochzeitstags- und Wiedersehensgeschenk nachdenken, denn es war ja auch schon ein Weilchen her dass sie sich das letzte Mal in die Arme hatten schließen können. Außerdem würde sie ihre klösterlichen Brüder auf einen Besucher vorbereiten müssen, die Mönche waren immer so ...schüchtern und zurückhaltend bei Fremden. Bei diesem Gedanken schüttelte Crazy mit dem Kopf. Kamikaze ins Innere des Klosters zu bekommen dürfte der schwierigste Teil werden, Mißtrauen war immer schon eine positive Eigenschaft der düsteren Seite gewesen und wer traute schon einem Zwerg?

Halb grübelnd, halb lächelnd entstieg sie ihrem Ruhelager – eigentlich einem Lager für die ewig Ruhenden...- schlüpfte in ihre Ordenstracht und verließ auf flinkem Fuß ihre Kammer.
Das nächtliche Kloster war still wie immer als sie zügig durch die Gänge schlurfte, auf der Suche nach dem Abt.
Es war das Übliche mit ihrem Vorgesetzten, wenn man ich suchte war er spurlos verschwunden, konnte man ihn jedoch gar nicht gebrauchen stand er plötzlich hinter ihr.
Doch der Abend war noch jung, viele ihrer Brüder schienen noch zu schlafen, deshalb beschloß Crazy ihre Suche auf später zu verschieben und erstmal an Stelle eines Ratte Macchiato eine Tasse Tee zu trinken. Die Kräuter hatte sie selbst gesammelt, sie dufteten nach Wald und Sonne (eigentlich eine widerwärtige Mischung), was sie immer veranlasste in Erinnerungen zu schwelgen und vor Sehnsucht fast zu zerschmelzen. Bald... sehr bald, würde ihr warten ein Ende haben, davon war sie überzeugt.
13.10.2004, 19:09


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Im Frühtau im Walde. - von Anonymous - 11.10.2004, 19:33
[Kein Betreff] - von Anonymous - 13.10.2004, 19:09
Rumpelnd gen Rom - von Anonymous - 17.10.2004, 21:35
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