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Exodus
Minsc

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Beitrag #1
Exodus
Das Tavernenviertel Roms. Sündenpfuhl. Roms Stadtwache in diesem nicht präsent. Bevölkert von den Ärmsten der Armen Roms. Besucht von jenen aus anderen Vierteln Roms, die gedachten, ihren abartigen Neigungen zu frönen. Mit Denari lockend, mit Gewalt drohend...

"Keine Frauen, keine Kinder". Minsc wusste nicht, wie oft er das schon von sich gegeben. Aine verschollen, er ohne Aufgabe. Dank Boo hatte er eine neue gefunden, schützte jene Frauen und Kinder des Tavernenviertels, die sich selbst nicht zu schützen vermochten. So viele, zu viele waren es... nicht geachtet, nicht beachtet, des Imperators Aufmerksamkeit niemals erhalten.... Minsc musste wenig Worte verwenden, sein Auftreten, dank beeindruckender Gestalt und seines Schwertes, dass Minsc in einer Hand lässig zu schwingen verstand- ein Schwert, dass selbst kräftigste Nordmänner nur als Bihänder bezeichnet hätten- war oft ausreichend, um die Missetäter zu vertreiben. Die Wenigen, die nicht weichen wollten, nahmen als letzte Erinnerung den Anblick, den er bot, wenn er in Raserei verfiel, in das ewige Vergessen mit. Ratten begruben diese...

Minsc erhob seinen Blick gen Vollmond, der die Nacht über Rom beherrschte. "Keine Frauen, keine Kinder...". Sein Flüstern war kaum zu vernehmen, doch Antwort erfolgte, mit der Minsc nicht gerechnet: "Du irrst. Frauen und Kinder ganz gewiss. Die Du in Obhut zu nehmen, aus Rom zu bringen hast. Die Wälder Silva Romaes sind verwaist, doch sicherer als Rom in diesen Tagen, ein Rom, dessen Untergang gewiss ist. Komm mit mir..."

Minsc blickte in des Sprechers Gesicht, das durchaus Ähnlichkeit mit dem Vollmuond aufwies, ihm bekannt... folgte der Gestalt durch die Gassen Roms bis zu den Toren, durch diese hindurch, weiter bis zum Lagerfeuer vor den Toren Roms. Erstarrte... Ochsenkarren, mehr, als er zu zählen vermochte. Frauen und Kinder, unter deren erwartungsvollen Blicken er zusammenschrumpfen schien.

Sein Gesprächspartner lächelte: "Minsc möge frei von Sorge sein. Der führende Ochsenkarren wird gezogen von Castor und Pollux, diese Ochsen kennen den Weg. Kriegerinnen und Krieger aus den Nordlanden, und nein, es sind gewiss keine Thorwaler, sorgen für den nötigen Schutz auf der Reise. Minsc wird samt den ihm Anvertrauten die Wälder Silva Romaes sicher erreichen. Und Minsc möge ganz gewiss eines als sicher betrachten- es gibt eine Herrin der Wälder Silva Romaes, die dort herrscht, für ewig und immerdar! Ganz im Gegensatz zu Rom, denn der Untergang Roms ist besiegelt!"

Die Ochsenkarren setzten sich in Bewegung, Minsc hatte Mühe, rechtzeitig jenen zu erreichen, der von Castor und Pollux gezogen wurde. Boo war mehr als nur squirelig, doch verschaffte dies Minsc die Gewissheit, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben...

Minsc blickte zurück. Eine einsam verharrende Gestalt. Wusste mit Sicherheit, dass dieser Rom nicht verlassen würde. Bleiben würde bis zum Ende... bis zum Untergang. Blicke ohne Worte, die Minsc und Boo wechselten. Gekommen, um zu bleiben- bis zum bitteren Ende...

Minsc wandte den Kopf, blickte nach vorne, in die Ferne... die Wälder um Rom herum erwarteten ihn, und jene, die Minsc in Sicherheit zu bringen hatte. Die Zukunft wartete dort. Die einsame Gestalt hinter ihm... Vergangenheit, Untergang, Tod...
09.06.2014 00:04
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