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Roms Untergang (Die unabwendbare Apokalypse)
Furandi Pica

Gast

 
Beitrag #1
Roms Untergang (Die unabwendbare Apokalypse)
Die Nacht war seine Freundin, Dunkelheit sein Schatz, Schatten sein Geliebter. Sein Geist taumelte am Abgrund des Wahnsinns, Lumpen bedeckten nur notdürftig seinen Körper, Irrsinn leuchtete in seinen Augen, deren Lider ihm schwer und schwerer wurden. Schlaf ward ihm versagt, einen Krieg hatte er zu führen, Feldherr in der Nacht, Mörder in der Dunkelheit, Dieb in den Schatten...
Und wie sie tanzten nach dem Klang seiner Flöte, der er schrille Melodien entlockte. Ob edle Kurtisanen, aristokratische Damen, vor Reichtum fett gewordene Frauen von Händlern... seine Elstern nahmen ihnen Geschmeide und Silberlinge, doch liessen ihnen das Leben. Doch wehe jenen, die männlichen Geschlechtes waren... ob Widerworte oder Gegenwehr, die Elstern erleichterten diese um Alles von Wert, die Krähen nahmen ihnen ihre Augen, das Gift der Arachnoiden beendete ihr Dasein, die Ratten kümmerten sich liebevoll um ihre Überreste...


Er kauerte in einer schmutzigen Gasse des Tavernenviertels, der Schein von Fackeln liess die Dunkelheit zurückweichen. Ihn die Augen zusammenkneifen. Ein vor Waffen strotzender Hüne knurrte ihn an "Aus dem Weg, Bettler!", hinter diesem weitere Bewaffnete, inmitten dieser ein in edler Toga Gewandeter, ein Senator der Kleidung nach zu urteilen. Er verbeugte sich kriecherisch, krächzte "Edle Herren, lasst Euch meine bescheidene Künste offenbaren", begann mit haarigen Bällen zu jonglieren, zwei, drei, noch mehr... diese entfalteten haarige Beine, klickende Zangen, als er diese gen die Bewaffneten warf, während Krähen herabstiessen. Zuckende Körper wanden sich in Krämpfen, augenlos, doch nicht lange, denn eine Flut von Ratten begrub sie unter sich, begann das Grosse Fressen...

Des Senators Antlitz leuchtete bleich im Schein der verlöschenden Fackeln... ward noch bleicher, als er diesem das Mal auf seinem Handgelenk offenbarte, mit gleichgültiger Stimme fragte: "Auf der Suche nach Vergnügungen dieser Art? Wir stehen zu Diensten...!" Schrill waren die Laute, die die Fledermäuse von sich geben, insbesondere jene, die in einem früheren Dasein mal ein Schattenmädchen gewesen war... begruben den Senator unter ihren mickrigen Leibern, nur durch ihre Anzahl.

Zufrieden beäugte er das blutleere Etwas, das diese zurückgelassen. Entlockte seiner Flöte schrille Töne, die nicht ohne Resonanz blieben... eine weisse Ratte tanzte auf seiner Schulter, fiepfte schrill. Seine Blicke wanderten gen Capitol, während sich seine Legionen formierten. In Gestalt sehr viel kleiner als die Legionäre des Imperators, doch diesen in Anzahl bei weitem überlegen. Herren der Lüfte, Herren des Untergrunds, tödlicher als jeder Assassine, über die der Imperator glaubte zu gebieten...

Zum Klang der Flöte tanzten Ratten im Gemäuer, Elstern in der Luft, Krähen im Nebel, Spinnen im Netz, Fledermäuse in der Nacht. Er spürte das Beben, ausgelöst durch die Regungen des wahren Rom, tief im Untergrund. Liess seinen Blick gen Capitol wandern, während seine Flöte die Botschaft dem Imperator sandte "Ich bin die Fäulnis, Verderbnis, Verdammnis, die Rom befallen hat, die Du zugelassen. Ich komme nun zu Dir... auf dass Wir miteinander verschmelzen, für ewig und immerdar!"
24.05.2014 23:41
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