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Ein unbekannter Reiter...? - Druckversion

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Ein unbekannter Reiter...? - Darkflint - 28.06.2013

Minas Bellorum. Wielange ist das jetzt bereit her? Gedankenverloren starrte ein einsamer Reiter auf das große Tor direkt vor seiner Nase. Wobei Tor wohl ein wenig zu viel gesagt war, ein großer Haufen Rost und Schmutzt wäre wohl ehrlicher. Viel zu lange und doch viel zu kurz... Sachte glitt der Reiter mit seiner Hand über das alte Tor...

Es grenzte schon fast an ein Wunder, dass das Tor unter seiner Berührung nicht zusammenbrach, sondern sich nur (sehr) laut quietschend öffnen liess. Der Reiter wunderte sich dagegen nicht. Denn er sah vor seinen Augen ein anderes Tor... eine Erinnerung aus einer anderen Zeit.

Gemächlich ritt er auf seinen Pferd durch die alten Straßen, immer wieder stoppend und auf irgendwelche verfallenen Häuser, wild gewachsene Sträucher oder total verstaubte Flächen schauen. Aber vor seinen Augen sah er nur Erinnerungen aus einer anderen Zeit.

Er kam an eine größere Wasserfläche vorbei. Früher vermutlich mal ein Teich zum Baden gewesen, mit Holzstegen und Holzinseln. Von dem Holz ist nichts mehr zu sehen, verrottet. Die Übergänge von Land zu Wasser nun beherrscht von hohen Gräsern, Büschen und Sträuchern. Aber vor seinen Augen sah er nur Erinnerungen aus einer anderen Zeit.

Ein altes Bergwerk. Früher einmal wurden dort Erze abgebaut. Inzwischen waren die Stollen zusammengebrochen oder geflutet. Zurück erobert von der Natur. Ein Betreten war nicht mehr möglich. Aber vor seinen Augen sah er nur Erinnerungen aus einer anderen Zeit.

Ein altes Haus. Die Fassade steht noch halbwegs. Vom Rest des Hauses kann man das nicht wirklich mehr behaupten. Aber vor seinen Augen sah er nur... der Reiter schüttelte den Kopf. Nein, so konnte er nicht weitermachen. Es wurde Zeit, der Realität langsam ins Auge zu sehen. Sein Haus gab es nicht mehr. Das Bergwerk gab es nicht mehr. Den Rosenteich gab es nicht mehr. Minas Bellorum gab es nicht mehr. Den Orden der Rose...gab es nicht mehr. Mit gesenkten Kopf verließ der unbekannte Reiter die alte, eins ehrfürchtige Stadt wieder...

Tage, eventuell auch ein paar Wochen, so sicher war der Reiter sich da nicht mehr, erreichte er Rom. Es war nicht unbedingt so, dass er ausgerechnet zu dieser Stadt wollte. Es war entweder zufällig oder unterbewusst. Aber was spielte das jetzt noch für eine Rolle?

Jetzt bin ich also tatsächlich wieder hier? dachte er sich, während er vom Pferd abstieg. Jetzt bin ich schon solange unterwegs und hier...dann kann ich auch einen kleinen Abstecher in die Stadt machen. Es mehr ein sich selbst überreden denn eine Feststellung. Laut seufzte er aus.

Ob die Wachen ihn überhaupt reinlassen würden? Er war keine Gefahr, das war offensichtlich. Zwar trug er ein Schwert an der Hüfte, aber das war ebenso verrostet wie das Tor von Minas Bellorum. Nicht mal ein Brot konnte man damit mehr schneiden. Seine alte Rüstung sah nicht besser aus. Verschmutzt, verrostet, mehr auseinander gebrochen als noch zusammenhängend. Sein einst strahlend weißer Umhang braun und dunkel. Die rote Rose dadrauf schon lange verblasst.

Er selbst sah nicht besser aus als seine Rüstung. Ein Bad schien er schon lange nicht mehr gesehen zu haben, genauso wenig einen Barbier. Sein Gesicht war voll von Haaren bedeckt, sein Bart eine beachtliche Größe erreicht.

Noch einmal seufzend und sich selbst anspornen, ging er langsam mit seinen Pferd am Zügel Richtung Stadttor...


RE: Ein unbekannter Reiter...? - Quinn Mallory - 21.07.2013

Er nannte sich jetzt wieder Lando, so wie damals vor langer Zeit. Einiges seiner Erinnerung war wiedergekehrt und so konnte er sich auch daran wieder entsinnen wie es damals war. Lange Zeit hatte er jetzt eine feste Heimat gehabt, doch seine alten Freunde und die
Wohnstätte ließen ihn niemals ruhen.

Vor einiger Zeit hatte er angefangen, alte Dinge zu sammeln. Er war mit einem Pferdekarren unterwegs, den sein Gaul zog und auf den er schon so einige Sachen gesammelt hatte.

Seine Reise führte ihn fast immer nach Palatin, denn dort war einst das schönste und blühendste Reich des Imperiums gewesen. Nun war es ein trostloses Pflasters. Bis zum Horizont konnte man in keiner Richtung auch nur eine Menschenseele erkennen und, abgesehen von den Ruinen der alten Reiche auch kein neueres Zeugnis menschlichen Tuns erkennen.

Neben dem Gaul begleitete ihn noch sein Hund Ar-Canis, der ihm half die Relikte aufzuspüren, die er sammelte. Lando war gerade dabei in einem der verlassen Reiche etwas zusammenzutragen, als sein Hund anschlug. Selten traf man hier noch jemanden und wenn doch, so sollte man auf der Hut sein. Er packte noch schnell ein Banner ein, dass er da eben fand und noch ein Bild, das vor einem der Häuser unter einer fast nicht mehr vorhandenen Holztüre herauslugte.

So schnell sein Karren ihn fuhr, verschwand er auf der anderen Seite aus der ehemaligen Stadt und fuhr hinüber zu einem Wald auf einem Hügel, der ihm Deckung gab. Kaum ihm Schatten der Bäume, sah er eine Gestalt, die durch das Tor ritt. Es ächzte fürchterlich, als er es ganz öffnete. Danach ritt er durch das Dorf und begutachtete alles, Landos Spuren, sofern er welche gemacht hatte, schienen dem Mann nicht aufzufallen!

Lando hatte genug gesehen, er machte sich auf gen Rom. Als er am Tor angekommen war und er gerade mit seinem Karren hindurchfahren wollte, kam von der Seite ein Mann daher, der sein Pferd am Zügel führte. Als Ar-Canis einmal knurrte, wusste Lando sofort, dass das der Mann aus der zerstörten Stadt sein musste. Hier vor den Wachen konnte er ihm nichts antun, daher beschloss er einfach hinter ihm durch das Tor zu gehen.

Ein Windstoß kam und wehte dem Mann seinen Umhang ums Gesicht und Lando erkannte darauf eine alte verblasste Rose. Nein, das kann nicht sein, dachte Lando bei sich, sollte es möglich sein, dass nach so vielen Jahren jemand vom Orden zurückgekehrt ist? Er erinnerte sich an Leute, er wusste aber nicht mehr, ob sie vom jenem Orden waren oder doch von woanders. Namen kamen ihm in den Sinn. Frodo, Unforgiven, der Falke, Darkflint...

Er tippte dem Mann auf die Schulter. Entschuldige bitte die Störung, sag, bist du vom Orden der Rose? Ich kannte mal Leute von denen! Ich, ich habe da etwas, Momentchen mal...
Lando rollte das lange Banner aus, dass er in der Ruine gefunden hatte:
[Bild: odr-entwurf-evelyn.jpg]
Erkennt ihr es wieder? Ich hab sogar noch ein Bild... Auch nahm Lando das Bild aus seinem Karren:
[Bild: 847.jpg]
Solltet ihr gerne über alte Zeiten plaudern wollen, lasst uns doch bei einem Bierchen darüber reden...


RE: Ein unbekannter Reiter...? - Darkflint - 03.10.2013

Darkflint war gerade dabei, durch das Tor zu treten, als ihn jemand an der Schulter antippte. Seh ich doch zu schlimm aus, als dass die Wachen mich reinlassen? dachte er sich noch, als er sich umdrehte. Aber es war keine Wache, die ihn aufhielt. Ein unbekannter Mann stand ihn stattdessen gegenüber und fing sofort an zu sprechen. Dabei weiteren sich Darkflint Augen, als er auf einmal Orden der Rose hörte, kurz darauf gefolgt von ihm sehr wohl bekannten Namen...und seinen eigenen. Wie lange ist es schon her, das ihm jemand mit seinen Namen angesprochen hatte? Zu lange...

Dann entrollte der fremde Mann ein langes Banner. Ehrfürchtig und zugleich erschrocken wich Darkflint einen Schritt zurück. Unser Banner! kam aus seinen Mund, mit weit aufgerissenen Augen. Gleich im nächsten Moment holte der fremde Mann noch ein Bild hervor. Sprachlos fiel Darkflint mit lauten Scheppern auf die Knie. Dieses Bild...das war er, er selbst war auf diesen Bild! Zittern streckte er langsam seine Hand aus, streichelte sanft über Banner und Bild. Tränen stießen ihm in die Augen. Eine Flut von Erinnerungen überkam ihn. Sein Wachdienst am Tor. Die Arbeit im Bergstollen. Sein erster Dienst als Botschafter. Seine Liebe zu und mit Nîm. Das Turnier beim Orden der eisernen Wölfe, ihrem Schwesterorden. Viele Erinnerungen und viele Namen tauchten vor seinem Auge auf.

Es dauerte eine Weile, bis er sich wieder im Griff hatte. Mühsam erhob er sich mit seiner verrosteten, schwer gewordenen Rüstung. Tief holte er Luft, bevor er sich endlich dem Mann zu wandte. Ich weiß nicht, wie ich euch danken, Fremder. Längst hatte ich bereit die Hoffnung aufgegeben, das Banner noch einmal zu erblicken. Aber durch euch ist es tatsächlich geschehen. Sein Blick wandte sich wieder dem...seinen Bild zu. Dieses Bild...das bin...war ich. Zu einer Zeit, als der Orden noch existierte und Minas Bellorum blühte. Lange ist es her... Er atmete noch einmal durch und wandte sich dann wieder dem Fremden zu. Sehr gerne nehme ich euer Angebot an. Aber bitte, seid mein Gast. Das ist das Mindeste, was ich tun kan.